Der letzte Band der Reihe “Vechtaer Universitätsschriften” erschien im Dezember 2000 (Lit Verlag, Münster). Er trägt den Titel “Humboldt adieu? Hochschule zwischen Autonomie und Fremdbestimmung”. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich; vorrätig ist es bei KNO. Direkt zu bestellen ist es bei Amazon.de und bei buch.de.

Zum Inhalt:

Humboldt adieu?!

Aktuelle Beiträge zur Diskussion um die Hochschulreform: Neuer Band der Vechtaer Universitätsschriften erschienen

In der Reihe »Vechtaer Universitätsschriften« ist der zwanzigste Band erschienen. Unter dem Titel »Humboldt adieu? Hochschule zwischen Autonomie und Fremdbestimmung« versammelt er Beiträge, die in der gegenwärtigen Diskussion über Wesen, Aufgaben und Organisation der deutschen Hochschulen von besonderem Interesse sind. Schlagworte dieser Diskussion sind unter anderem »Internationalisierung«, »Ökonomisierung«, »Stiftungsuniversitäten«, »Effizienzkontrolle«, »Evaluation«, »Managementleitung« sowie eben auch »Autonomie oder Fremdbestimmung«.

Auf diese Punkte geht die Mehrzahl der in dem Sammelband enthaltenen Beiträge ein. Einige stellen sie in eine historische Perspektive, und zwar einerseits in Bezug auf die Herausbildung der deutschen Universität nach den Vorstellungen, die mit dem Namen Wilhelm von Humboldts verknüpft sind (Hanschmidt: »Universität – Staat – Kirche. Die Universitätsgründungen in Göttingen (1723/1737) und in Münster (1773/1780)«, von Laer: »Wilhelm von Humboldt und die Universität in Berlin: Neubegründung des universitären Gedankens«), andererseits mit dem Schwerpunkt auf den Entwicklungen seit der Nachkriegszeit bis zur Gegenwart (Kuropka: »Universitätsreform – historische Beobachtungen und aktuelle Anmerkungen«, Gross: »Gruppenuniversität und Erziehungsreform in Deutschland (am Beispiel Niedersachsen)«). Hier werden auch immer die Erfahrungen verarbeitet, die die Autoren als Angehörige der Hochschule Vechta gemacht haben, der als erster deutschen Universität ein Hochschulrat verordnet wurde. Das insgesamt negative Urteil über diese Institution, zu dem die Beiträger gelangen, wird in der Hochschule Vechta zunehmend geteilt: Dem Hochschulrat fehlt es an einem eindeutigen Status, an politischer Legitimation und an Verantwortlichkeit (Schulz: »Zum hochpolitischen Kontext des Hochschulrates in Vechta«).

Die Rede ist gegenwärtig auch von einer »Amerikanisierung« und »Internationalisierung« der Hochschulen. Einen Einblick in das amerikanische Universitätswesen geben zwei Erfahrungsberichte (Schulze: »Bemerkungen zur Verwaltung und Finanzierung einer privaten Universität in den USA«, Kamme-Erkel: »Einblicke in das amerikanische Hochschulwesen«), die ergänzt werden durch eine Darstellung des Umbaus des sowjetischen Hochschultyps in einem Nachfolgestaat (Kehris: »Zur Umgestaltung des lettischen Hochschulsystems«).

Die gegenwärtig viel geforderte und zum Teil schon praktizierte Evaluation, hier der Lehre, behandelt ein weiterer Beitrag (Schweer: »Innovation, Partizipation, Evaluation: Die Qualität universitärer Lehre auf dem Prüfstand«), ebenso die Rolle der Geschlechter im Hochschulwesen (Wienken: »Frauen- und Geschlechterstudien zwischen Autonomie und Fremdbestimmung«). Die Wissenschaft, um deren institutionelle Verfasstheit es allen Beiträgern geht, wird selber beispielhaft an der Mathematik thematisiert (Raffke/Warneke: »Außenwahrnehmung und Selbstverständnis von Wissenschaftsgebieten – dargestellt am Beispiel der Mathematik«). Den Aufsätzen vorangestellt ist ein theoretisch-programmatischer Beitrag (Scheer: »Hochschulen zwischen Bildung und Ausbildung«).

Der Band umfasst 236 Seiten. Er ist erschienen im Lit Verlag Münster und kostet im Buchhandel DM 34,80 (ISBN: 3-8258-5209-1).