Presseschau
16. bis 30. September 2001


2001-Sep-16
OV am Sonntag

Der S-Punkt in Vechta – ein Haus für Sprache
Spielerisch sprechen lernen und dann die Welt mit Worten erobern

Vechta – (pg) Ein Haus für Sprache öffnet seine Türen: Am Sonntag, dem 16.09.2001 von 13.00 bis 18.00 können sich Interessierte im S-Punkt in der Allensteinerstraße 23, in Vechta rund um das Thema Sprache informieren.

Für die jüngeren Besucher wird ein umfangreiches Programm geboten: Spiele für drinnen und draußen sind selbstverständlich dabei. Ein Mal- und Schreibwettbewerb, bei dem 100 Sachpreise zu gewinnen sind, rundet das Angebot ab. Das Team von S-Punkt bietet Unterstützung bei Sprachproblemen. Auch bei Schwierigkeiten im Bereich der Schriftsprache. Ob Kinder im Vorschulalter, Schulkinder oder Erwachsene, das Hilfsangebot richtet sich an Menschen aller Altersgruppen.

Hilfe für kleine und große Leute

Therapie- und Fördermaßnahmen allein reichen oft nicht aus, um Schwierigkeiten aufzuarbeiten. Die Inhalte können nur durch regelmäßige Wiederholung gefestigt werden. Dabei hilft das geschulte Personal des S-Punkt. Und das nicht nur in Vechta: Auch in Damme, in der Bahnhofstr. 6, gibt es in den Räumen der Praxis Schmidt den S-Punkt.

Spielgruppen für kleine Sprecher

»Der S-Punkt ist wie eine Musikschule, in der das Instrument Sprache mit all seinen Facetten spielerisch angeboten wird«, erklärt Sylvia Schmidt. Sie ist medizinische Sprachheilpädagogin und Lerntherapeutin und Leiterin des S-Punkt. Mit ihren zehn Mitarbeitern bietet sie im Kindertreff für Vorschulkinder die Möglichkeit, alle für die Sprache notwendigen Bereiche zu trainieren. Die Kinder lernen in kleinen Gruppen, unter Anleitung besonders ausgebildeter Erzieher, Sprache gezielt einzusetzen. Das wirkt sich auch positiv auf das Sozialverhalten der Kinder aus. Denn wenn ein Kind sprachlich äußern kann was es möchte, muss es nicht einfach etwas wegnehmen. Es lernt, nachzufragen und zu erklären. Dieses Angebot richtet sich an alle Kinder im Kindergartenalter.

Begleitung auch für Kinder und Erwachsene

Aber auch Schulkindern und Erwachsenen, die im Bereich der Sprache/Schriftsprache Probleme haben, soll hier geholfen werden. Neu ist die Begleitung und Nachbereitung von Therapiemaßnahmen. Oft sind Eltern, Ehepartner oder Betreuer überfordert, wenn es um das Üben der in der Therapie erarbeiteten Grundlagen geht. Hier setzt die Arbeit der S-Punkt Mitarbeiter ein. Sie arbeiten eng mit den Therapeuten zusammen, informieren sich bei ihnen und hospitieren auch bei einzelnen Therapiesitzungen. So können sie die Betroffenen unterstützen, das Erlernte zu üben und zu festigen.

Foto: Med. Sprachheilpädagogin und Lerntherapeutin Sylvia Schmidt (unten) und mit einigen ihrer Mitarbeiter (links): »Der S-Punkt soll ein Treffpunkt sein, in dem Sprache und Schriftsprache im Vordergrund stehen«

Vorträge und Kindertage als zusätzliche Angebote
Heute Informationsveranstaltung im S-Punkt

Speziell für Erwachsene bietet der S-Punkt Aphasikertreffen und Elterngesprächskreise an. Hier möchten die Mitarbeiter Anlaufstelle für jeden werden, der individuelle Ansprache oder aber auch Austausch mit anderen Betroffenen über seine Sprachprobleme sucht.

Vorträge dienen der Information

Darüber hinaus werden Veranstaltungs- und Vortragsreihen angeboten. Dabei soll das Thema »Sprache« in Vorträgen aus Praxis, Wissenschaft und Politik im Vordergrund stehen. Die unterschiedlichen Aspekte des Problems werden vorgestellt und Lösungen angeboten. Diese Veranstaltungen sind für alle offen und dienen insbesondere der Information Betroffener.

Feste für Kinder

Bei allen Schwierigkeiten und Problemen soll aber vor allem für die Kinder die Freude im Umgang mit der Sprache nicht zu kurz kommen. Darum werden an speziellen »Kindertagen« Lesungen aus Kinderbüchern, Spiele- und Kostümfeste veranstaltet. Kindgerecht wird hier Spaß an Kinder- und Jugendliteratur und gemeinschaftlichem Spiel vermittelt.

Wer nun neugierig geworden ist, kann sich am Sonntag in den Informationsräumen der Praxis ausführlich über die Themen Sprachentwicklung/Sprachverzögerung, Konzentrationsstörung, Lese- und Rechtschreibschwäche, Rechenschwäche und Aphasie informieren. Eine Buch- und Materialausstellung zu den oben genannten Bereichen gibt weitere Einblicke in die Arbeit des Teams. Damit nicht genug: Auch Diskussionsgruppen zur Präventiven Sprachförderung und zu der Frage, ob Lese-, Schreib- und Rechenprobleme aufgrund von diskreten Sprachdefiziten auftreten können, werden angeboten. Mit Skalen zur Selbsteinschätzung können Eltern auch selbst schauen, ob ihr Kind Anzeichen von Lese- und Rechtschreibstörungen oder Rechenschwäche zeigt.

Foto (pg und privat): Mit Pusteübungen lernen diese zwei das korrekte Sprechen.



2001-Sep-17
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Historiker auf Gerontologen-Tagung
Alternswissenschaftliche Gesellschaft Vechta im Wind[t]horst-Haus

Vechta – Der Historiker Prof. Dr. Arthur E. Imhof ist am Freitag (5. Oktober) Referent der Jahrestagung der Alternswissenschaftlichen Gesellschaft Vechta. Dieser Zusammenschluss Studierender der Gerontologie an der Hochschule Vechta führt am 5. und 6. Oktober wie in den vergangenen Jahren auch seine Jahrestagung im Ludwig-Windthorst-Haus in Lingen-Holthausen durch. Imhof forscht an der Universität Berlin und ist renommierter Verfasser mehrerer Standardwerke zur Historischen Demographie.

Im Anschluss stellen Studierende der Gerontologie in Vechta abgeschlossene Diplomarbeiten vor, die unter anderem den gesetzlich veränderten Rentenübergang und verschiedene Aspekte des Alters und Alterns unter Berücksichtigung der Gestaltung der nachberuflichen Phase beinhalten.

Vorstandswahlen und die jährliche Mitgliederversammlung finden am Samstag (6. Oktober) statt. Interessierte sind zur Tagung der Alternswissenschaftlichen Gesellschaft Vechta herzlich eingeladen. Anmeldung unter der Telefonnummer 0591/6102-143.



2001-Sep-18
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Mit Hochgeschwindigkeit ins Internet
Vechtaer Hochschule erhält schnellere Anbindung an das Internet – Land finanziert

Vechta – Eine wesentlich schnellere Anbindung an das Internet als bislang erhält jetzt die Hochschule Vechta. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur bewilligte einen Strukturzuschuss von zunächst 100 000 Mark für den Zugang zum Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WIN). Für die beiden kommenden Jahre ist die Zuweisung weiterer 200 000 Mark vorgesehen.

Die Mittel dienen zur Erweiterung der Anschluss-Bandbreite im Rahmen des so genannten ›Internet 2‹. Statt der bisherigen zwei Megabit pro Sekunde (Mbps) beträgt die Datenübertragungsrate an der Hochschule dann 34 Mbps – das entspricht 1800 Seiten normal bedruckten A4-Seiten pro Sekunde.

Das extrem schnelle G-WIN verbindet deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen miteinander. Betrieben wird das Netz gemeinsam von der Telekomtochter DeTeSystem in Nürnberg und dem Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN-Verein), die technische Betreuung erfolgt am Rechenzentrum der Universität Erlangen.

Der für die Datenverarbeitung an der Hochschule Vechta zuständige Prorektor, Prof. Dr.-Ing. Manfred Ehlers, zeigte sich erfreut über die Zusage des Ministeriums: »Mit der Zuweisung der Mittel werden unsere Anstrengungen auf dem EDV-Sektor belohnt. Hier zeigt sich, dass kleinere Hochschulen ihren größeren Konkurrenten in der technischen Ausstattung nicht nachstehen müssen.«

Genutzt werde eine solche Hochgeschwindigkeitsanbindung nicht nur für den Zugang ins Internet, sondern vor allem für interaktive Multimediaanwendungen, etwa in den Bereichen vernetzte Lehre, Teleteaching und Telelearning. Die Hochschule sei, so Ehlers, damit bestens gerüstet für die informationstechnischen Aufgaben der Zukunft.



2001-Sep-22
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Der Terror war vorhersehbar
Von Hermann von Laer

Überall und immer wieder hört man in diesen Tagen, ein solch schrecklicher Terrorangriff wie in New York sei nicht vorhersehbar gewesen. Diese Aussage ist falsch. Niemand, der die Dritte Welt und vor allem die Gefühle der allermeisten der dort lebenden Muslime auch nur etwas kennt, kann von diesem Anschlag wirklich überrascht worden sein. Denn dieser mörderische Angriff hat Gründe.
Es ist verhängnisvoll und es kann uns alle sehr teuer zu stehen kommen, dass fast alle Politiker in den USA und in Europa sich bei ihren zahlreichen Erklärungen offensichtlich scheuen nach diesen Gründen auch nur zu fragen. Obgleich kaum jemand fragt, kennt doch fast jeder die Antwort: Es ist die Politik Israels, die zumindest ganz wesentlich zur Entwicklung des islamischen Terrorismus geführt hat.
Seit Jahrzehnten besiedeln Israelis im Krieg erobertes Land. Sie kommen mit der Bibel in der Hand, die sie als ihr Grundbuch betrachten. Sie vertreiben die dort lebenden Palästinenser, sprengen ihre Häuser, vernichten ihre Gärten und graben ihnen buchstäblich das Wasser ab. Diese Politik ist durch nichts gerechtfertigt, sie ist eindeutig völkerrechtswidrig. Jeglicher Widerstand wird brutal unterdrückt. Hunderte jugendliche Palästinenser bzw. Kinder starben in den letzten beiden Jahrzehnten durch Schüsse in den Rücken, wie man bei amnesty international nachlesen kann. Für diese Toten gab es aber keine Lichterketten oder Mahnwachen, weder in den USA noch in Europa.
Die "zivilisierte" westliche Welt, die ständig mit großer Emphase von den Menschenrechten spricht, schaut nicht nur weg, sondern sie unterstützt letztlich sogar die israelische Politik. Denn ohne die fast bedingungslose Unterstützung vor allem durch die USA könnte Israel nicht so handeln.
Nicht nur bei den direkt betroffenen Palästinenser sondern auch bei ihren Glaubensbrüdern überall auf der Welt hat sich in den letzten Jahrzehnten Verbitterung, Wut und Hass in einem Maße aufgebaut, von dem wir kaum eine Vorstellung haben. Und wenn der amerikanische Präsident jetzt ständig zu einem Kreuzzug gegen den Terrorismus aufruft, dann zeigt dies bestenfalls eine erschreckende Unkenntnis davon, welche Gefühle das Wort "Kreuzzug" in der muslimischen und vor allem in der arabischen Welt hervorruft.
Im Nahen Osten herrscht keine Gerechtigkeit und deshalb wird der Terror weitergehen. "Nichts ist endgültig geregelt, es sei denn, es wurde gerecht geregelt", wußte schon Abraham Lincoln. Und Machiavelli schrieb schon vor fast 500 Jahre kein Herrscher sei so mächtig, dass er nicht auch Rücksicht nehmen müsse, "besonders auf die Gerechtigkeit". So sind denn auch die Selbstmordattentäter von New York keine wilden Gesellen aus dem hinteren Hindukusch.
Einer der Selbstmordpiloten lebte und studierte in Hamburg. Er stammte aus Kairo und wird von seinen Kommilitonen und Dozenten als kluger, freundlicher und sympathischer junger Mann geschildert. Seine Diplomarbeit wurde mit sehr gut bewertet, vor allem auch deshalb, weil er in ihr westliches und östliches Denken - angewandt auf Stadtplanung - zu verbinden versuchte. Gegen solche Attentäter ist selbst die ganze NATO machtlos und jeder Militärschlag wird ihre Zahl nur vergrößern.
Ich bin davon überzeugt, dass es nur eine einzige Chance gibt, wieder zu weltweit geordneten Verhältnissen zurückzukehren: Israel müsste sich sofort und bedingungslos aus allen eroberten Gebieten zurückziehen. Dies wird natürlich nicht geschehen und so wird das Unheil seinen Lauf nehmen. Die Zahl und die Macht der Terroristen wird wachsen, die weltweite Konfrontation wird zunehmen und auch die politischen Ziele werden schon bald nicht mehr auf die "Befreiung Palästinas" beschränkt bleiben. Eine solche Entwicklung kann man in der Vergangenheit an allen entsprechenden Bewegungen studieren. Dann könnte es auch tatsächlich zu einem "Kampf der Kulturen" kommen, von dem bisher glücklicherweise noch keine Rede sein kann.
Man muss sich gegenwärtig überhaupt sehr hüten, verschiedene Probleme bzw. Fragen miteinander zu vermengen. Die Frage, ob Moslems und Christen dauerhaft friedlich zusammenleben können, die Frage, ob eine multikulturelle Gesellschaft in der westlichen Welt möglich ist, die Frage, ob es sinnvoll ist, jährlich einige hunderttausend Menschen aus fernen Ländern bei uns einwandern zu lassen - all dies sind äußerst wichtige Fragen und wir müssen darauf eine Antwort finden.
Mit dem schrecklichen Terrorangriff auf die USA haben solche Fragen und Problemkomplexe glücklicherweise bisher jedenfalls noch nichts zu tun.

Professor Dr. Hermann von Laer lehrt Volkswirtschaft an der Universität/Hochschule Vechta. Er befasst sich seit langem intensiv mit der politischen Entwicklung im Nahen Osten und in der Dritten Welt.

Leserbriefe
J. Blömer
J. Staggenborg
G. Wulff



2001-Sep-22
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Tagung zur lokalen Geschichtskultur
Internationale Tagung in Kreishaus und Uni

Vechta (bs) – »Regionale und lokale Geschichtskultur im internationalen Vergleich« ist das Thema einer internationalen Historiker-Tagung, die am Dienstag (16. Oktober) und Mittwoch (17. Oktober) in Vechta in der Hochschule und im Kreishaus stattfindet.

Veranstalter ist das Institut für Geschichte und Historische Landesforschung der Hochschule unter Mitwirkung des Landkreises Vechta. Mehr als 20 Wissenschaftler aus verschiedenen Ländern Europas werden in Kurzvorträgen einzelne Aspekte des Generalthemas beleuchten und ihre Thesen im Fachpublikum zur Diskussion stellen. Das Themenspektrum reicht von der Minderheitenpolitik in postkommunistischer Geschichtskultur über die Wiederbelebung örtlicher Wappenkultur durch Werbung bis zur Kulturlandschaftspflege als Aufgabe von Kommunen. Den Abschluss des zweitägigen Forschertreffens in Vechta bildet eine Exkursion nach Bremen. Während der zweitägigen Tagung findet im Kreishaus eine Karikaturen-Ausstellung mit dem Titel »Nachbarn im Haus Europa« statt. Weitere Informationen zur Tagung erteilt im Institut für Geschichte und Historische Landesforschung Rita Becker unter der Telefonnummer 04441/15-335.

Infos unter: rita.becker@uni-vechta.de



2001-Sep-23
Sonntagsblatt

Die Hochschule rüstet auf
Zugang zum Gigabit-Wissenschaftsnetz wird gefördert

Ministerium will insgesamt 300.000 Mark für »Internet 2« bereitstellen.

Vechta. Eine wesentlich schnellere Anbindung an das Internet als bislang erhält jetzt die Hochschule Vechta. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur bewilligte einen Strukturzuschuss von zunächst 100.000 Mark für den Zugang zum Gigabit-Wissenschaftsnetz (G-WIN). Für die beiden kommenden Jahre ist die Zuweisung weiterer 200.000 Mark vorgesehen. Die Mittel dienen zur Erweiterung der Anschluss-Bandbreite im Rahmen des so genannten »Internet 2«. Statt der bisherigen zwei Megabit pro Sekunde (Mbps) beträgt die Datenübertragungsrate an der Hochschule Vechta dann 23 Mbps – das entspricht dem Datendurchsatz von 540 ISDN-Anschlüssen oder etwa 1.800 Seiten normal bedruckter DIN A4-Seiten pro Sekunde.

Das extrem schnelle G-WIN verbindet deutsche Hochschulen und Forschungseinrichtungen miteinander. Betrieben wird das Netz gemeinsam von der Telekomtochter DeTeSystem in Nürnberg und dem Verein zur Förderung eines Deutschen Forschungsnetzes (DFN-Verein), die technische Betreuung erfolgt am Rechenzentrum der Universität Erlangen. Das Gigabit-Wissenschaftsnetz besteht aus 28 über das Bundesgebiet verteilten Kernnetzknoten, die über Zugangsleitungen mit den nutzenden Einrichtungen verbunden sind. Zudem ist das G-WIN auch international über extrem schnelle Leitungen angebunden. Für alle Verbindungen wird modernste Glasfasertechnologie genutzt. Der für die Datenverarbeitung an der Hochschule Vechta zuständige Prorektor, Prof. Dr.-Ing. Manfred Ehlers, ist hoch erfreut über die Zusage des Ministeriums: »Mit der Zuweisung der Mittel werden unsere Anstrengungen auf dem EDV-Sektor belohnt. Hier zeigt sich, dass kleinere Hochschulen ihren größeren Konkurrenten in der technischen Ausstattung nicht nachstehen müssen.«

Ehlers betont, dass ein schneller Internetzugang keineswegs nur dem Zugriff auf weltweite Informationen dient: »Genutzt wird eine solche Hochgeschwindigkeitsanbindung vor allem für interaktive Multimediaanwendungen, etwa in den Bereichen vernetzte Lehre, Teleteaching und Telelearning, die in den letzten Jahren immer bedeutsamer geworden sind.« Insgesamt ist die Hochschule nach seiner Ansicht damit hervorragend gerüstet für die informationstechnischen Aufgaben der Zukunft.



2001-Sep-23
Sonntagsblatt

Neue Professoren an der Hochschule Vechta
Schritt zur Stärkung der Lehrerausbildung

Sportwissenschaftlerin und Biologiedidaktiker berufen.

Vechta. Zwei Rufe auf Professuren im Bereich der Lehrerbildung an der Hochschule Vechta hat jetzt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Thomas Oppermann, erteilt.

Einen Ruf auf eine C 3-Professur für Sportwissenschaft erhielt Privatdozent Dr. Iris Pahmeier aus Bielefeld. Der Ruf auf eine C 4-Professur für Biologie (Schwerpunkt Botanik) und ihre Didaktik erging an Dr. habil. Norbert Pütz aus Aachen.

Rektor Prof. Dr. Jürgen Howe wertet die Entscheidung des Ministers als ausgesprochen positiv für die zukünftige Entwicklung der Hochschule: »Die Besetzung dieser Professuren ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung der Lehrerbildung an der Hochschule Vechta.«



2001-Sep-26
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Kondolenzbuch: Auch Stadträte trugen sich ein

Vechta (su) – In das von der Stadt Vechta ausgelegte Kondolenzbuch für die Opfer der Terroranschläge von New York haben sich am Montag abend in der jüngsten Sitzung des Stadtrates auch zahlreiche Ratsmitglieder eingetragen. Die in den vergangenen Tagen gesammelten Trauer-Botschaften von Bürgerinnen und Bürgern werden nun Vechtas Partnerstadt Seguin im US-Bundesstaat Texas zugesandt. [...]



2001-Sep-26
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Oldenburger Münsterland interaktives »Fahrradies«
Radler können ihre Touren durch die Region im Internet individuell planen – Diplomarbeit an der Hochschule

Von Ulrich Suffner

Oldenburger Münsterland – Felder, Wiesen und schöne Landschaften bietet das Oldenburger Münsterland. Wer alle Attraktionen mit dem Rad erkunden will, hat jetzt die Gelegenheit, Fahrtrouten mit beliebig vielen Sightseeing-Stopps präzise zu planen. Dazu hat der Verbund Oldenburger Münsterland in Zusammenarbeit mit dem Institut für Umweltwissenschaften der Hochschule Vechta und dem Cloppenburger Fahrradhersteller Derby Cycle ein Fahrradinformationssystem im Internet entwickelt.

»Die Routenplanung kann schon im Internet gemacht werden«, erklärt Verbund-Geschäftsführer Stefan Ortmann. Und eine Karte der ausgewählten oder selbst gestalteten Radtour mit allen wichtigen Informationen für Radwanderer kann unter der Internetadresse »www. oldenburger-muensterland.de« gleich mit ausgedruckt werden.

»Gerade die Möglichkeit, eine Radtour nach eigenen Interessenschwerpunkten zusammenstellen, ist das Besondere dieses Radroutenplaners«, ergänzt Hanna Schneeweiß. Sie hat das interaktive Informationssystem im Fach Umweltwissenschaft im Rahmen einer Diplom- Arbeit entwickelt.

Das Fahrradinformationssystem liefert alle wichtigen Informationen über Sehens- und Erlebenswertes, Unterkünfte und die Länge der Routen. Durch die Vernetzung mit der Datenbank der Internetpräsentation des Verbundes sind Ausflugsziele genau beschrieben, Sehenswürdigkeiten erläutert und Einkehrmöglichkeiten mit ihren vielfältigen Angeboten dargestellt. Die Beschreibungen werden regelmäßig aktualisiert und erweitert.

Über eine benutzerfreundliche Menüführung kann der Radtourist Vorgaben machen und alle notwendigen Daten eingeben. Blitzschnell erstellt das System dem Radfahrer eine Streckenbeschreibung, die er sich ausdrucken lassen kann. Die jeweilige Route wird als farbige Linie in der Karte auf dem Bildschirm angezeigt. Zu jeder Route wird die Distanz in Kilometern errechnet.

Neben individuellen Routen bietet der Routenplaner im Internet auch 25 beschilderte Fahrradrouten, die die Erholungsgebiete Barßel, Dammer Berge, Thülsfelder Talsperre, Hasetal und Nordkreis Vechta für den Radwanderer erschließen.
Infos: Verbund Oldenburger Münsterland, Tel. 04441/95650.
www. oldenburger-muensterland.de

(Foto) Individuell geplant: Stefan Ortmann, Geschäftsführer des Verbundes Oldenburger Münsterland, seine Mitarbeiterin Andrea Scheibe und die Vechtaer Umweltwissenschaftler Hanna Schneeweiß und Stefan Jung (von links) stellten sich im Internet ihre Radtour zusammen und schwangen sich dann gut gelaunt in den Sattel.



2001-Sep-26
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Gastkommentar aus der rechtsextremen Ecke
Zum Gastkommentar von Prof. Dr. Hermann von Laer auf der Standpunkte-Seite vom 22. September:

In der OV wird Partei ergriffen für die Terroristen der Attentate vom 11. September 2001. Prof. von Laer behauptet in seinem Gastbeitrag, dass er die Terrorattentate nicht nur vorhergesehen hat, er kennt auch die Gründe und benennt uns die wahren Schuldigen: Schuld an allem sind die Israelis und deren Schutzmacht, die USA.

Die Israelis exekutieren, laut Prof. von Laer, kaltblütig hunderte palästinensischer Kinder durch Schüsse in den Rücken und die nur scheinbar zivilisierte westliche Welt hilft ihnen dabei. Dagegen wird einer der Terroristen, von Prof. von Laer beschönigend Selbstmord-Pilot genannt, mit warmer Anteilnahme beschrieben: Ein kluger, freundlicher, sympathischer junger Student, der uns eine hervorragende Diplomarbeit zum Thema Stadtplanung geschenkt hat. Die Rollen der Guten und der Bösen werden so auf makabre Art verteilt. Es ist für mich unverständlich, das ein rechtsextremer Professor für eine Rechtfertigung der Attentäter des 11. September 2001 in der OV ein Forum findet.

Johannes Blömer
Wilhelm-Kelch-Str. 37
Osnabrück

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Leserbrief J. Steinkamp



2001-Sep-26
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Zum Gastkommentar von Prof. Dr. Hermann von Laer auf der Standpunkt-Seite vom 22. September:

Prof. von Laer sieht in der Politik Israels die wesentliche Entwicklung im islamischen Terrorismus. Ein mutiges und wahres Wort! Beispiel Scharon: Als der den Tempelberg betrat, wollte er nicht Frieden, sondern Unfrieden stiften. Dies gelang vollkommen nebst eigener Machtergreifung.

Seitdem betreibt er gegen alle weltweiten Verurteilungen Staatsterrorismus. Die Palästinenser stehen der modernen israelischen Armee quasi waffenlos gegenüber. Ohnmächtig müssen sie völker[rechts]verletzende Besetzung und Besiedlung weiter Teile ihres Landes hinnehmen. Arafat kann nicht verhindern, dass nun aus den Anti-Israelbewegungen heraus Glaubenskämpfer als Attentäter in den Freitod gehen und sein Volk sie als Märtyrer feiert. Scharon wusste, was er anrichtete. Schrecklich die Bilder unschuldiger Opfer auf israelischer Seite durch Sprengtäter, umgekehrt auf palästinensischer Seite durch Sprengköpfe.

Der Frieden scheitert am Unwillen und gegenseitigen Hass. Das grausame Blutvergießen lässt sich offensichtlich nur durch die Entmilitarisierung der Israelis wie der Entwaffnung der Konfliktparteien überhaupt stoppen.

Die Blauhelme der Vereinten Nationen sind gefragt, um die besetzten Gebiete zu räumen und Übergriffe dauerhaft zu verhindern, bis der Frieden nicht nur papiermäßig, sondern insbesondere versöhnlich hergestellt ist, mögen auch Jahre darüber vergehen und die ganze Region dort daran teilhaben. Keine Demütigung, kein Hass, kein Terrorismus.

Josef Staggenborg
Dietrichstraße 14
Dinklage

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2001-Sep-27
Die Zeit

Experten für graue Panter
Weil die Deutschen vergreisen, gehört den Gerontologen die Zukunft. An der Universität Vechta kann man die Wissenschaft vom Alter studieren
Von Walter Schmidt

Warum studiert eine junge Frau ausgerechnet die Wissenschaft des Alterns? »Eine gute Psychiaterin muss doch auch nicht selber schizophren sein«, sagt die 26-jährige Angelika Mielke aus Karlsruhe. Sie studiert Gerontologie an der Universität der niedersächsischen Kleinstadt Vechta – im bundesweit einzigen Diplomstudiengang, der auch Abiturienten ohne fachliche Vorkenntnisse offen steht. An anderen Hochschulen, etwa in Dortmund oder Heidelberg, kann das Fach nur als Aufbau- oder Zusatzstudium belegt werden.

Der Bedarf an Experten für die speziellen Bedürfnisse alter Menschen wächst. Leben heute erst rund 18,5 Millionen über 60-Jährige in der Bundesrepublik, werden es im Jahr 2030 schätzungsweise 26,5 Millionen sein – ein Drittel der Bevölkerung im Vergleich zu heute 22 Prozent.

Handel und Industrie werden darauf reagieren müssen, vom Spielehersteller über den Limonadenproduzenten bis hin zur so genannten Event-Agentur. Auch der Pflegemarkt wird weiter profitieren. Seit 1996 stieg die Zahl der Heime mit vollstationären Plätzen um über zehn Prozent auf rund 8900; in der ambulanten Pflege stieg die Zahl der Einrichtungen gar um 22 Prozent auf rund 12 900.

Wie viele Gerontologie-Studierende hat Angelika Mielke hier ihre ersten Berufserfahrungen mit alten Menschen gemacht. Nach Abitur und Lehre arbeitete sie als Altenpflegerin in einem Karlsruher Altersheim. Dabei sei sie auf große Missstände getroffen, sagt die angehende Gerontologin. »Es herrschte Pflegenotstand, eine Schwester musste ein Dutzend alte Menschen betreuen, davon etliche schwerste Pflegefälle.« Das Personal sei oft unzureichend ausgebildet gewesen. Da sie mit alten Menschen »sehr viel verbindet«, hat ihr das zugesetzt. Der Hilfsbedarf sei groß.

Noch sind Alters- und Pflegeheime sowie Seniorenzentren die wichtigsten Einsatzgebiete studierter Gerontologen. »Zwei Drittel bis drei Viertel« der bisherigen Absolventen der Voll- und Aufbaustudiengänge in Vechta hätten dort, oft in leitender Funktion, Stellen gefunden, berichtet Claus Schmelz. Er ist selber Gerontologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität.

Im Grundstudium des neunsemestrigen Diplomstudiengangs werden Kenntnisse in Betriebswirtschaftslehre, Jura und Sozialpädagogik vermittelt. Zu den Pflichtfächern gehören auch Kurse wie »Geriatrische Krankheitsbilder«, »Psychologische Alternstheorien« oder »Das System der sozialen Sicherung«. Im Hauptstudium entscheiden sich die Studierenden schließlich für einen der beiden Schwerpunkte: Management und Sozialplanung oder Rehabilitation und Altenhilfe. Das breite Kursangebot soll die Absolventen später zu Mittlern zwischen anderen Fachleuten machen, etwa wenn ein neues Pflegeheim konzipiert wird. »Rechtsanwälte, Architekten, Betreiber und Geldgeber verstehen einander nämlich in aller Regel nicht«, sagt Schmelz.

Zurzeit werden in Vechta rund 200 Studierende zu Gerontologen ausgebildet, etwa 30 davon im Vollstudiengang. Zwei Drittel von ihnen sind Frauen. Für das nächste Wintersemester haben rund 90 Interessenten die Einschreibunterlagen angefordert – mehr als je zuvor.

Neue Einsatzgebiete für die Experten des Alterns kommen ständig hinzu, zum Beispiel im Marketing für Seniorenprodukte. So beschäftigt sich ein Diplomand in Vechta mit Angeboten von Fitnessstudios für ältere Menschen. Zwei Pharmaunternehmen haben die Gerontologen beauftragt, Medikamente so zu verpacken, dass alte Menschen die Arzneien richtig einnehmen. Dazu sollen die Schrift leserlich und die Hinweise leicht verständlich sein – und nicht zuletzt muss die Verpackung sich so leicht öffnen lassen, dass selbst Gichtfinger eine Chance haben.

Der Rat von Gerontologen wird künftig auch bei Architekten und Hausgeräteherstellern gesucht sein. Denn die Alterung der Gesellschaft führt dazu, »dass wir Dinge künftig als Einschränkung des Komforts empfinden werden, die man bisher schicksalsergeben hingenommen hat«, sagt Claus Schmelz. So würden extra handliche Griffleisten an Möbeln, Klingeln mit erhabenen statt versenkten Knöpfen oder barrierefreie Duschwannen nicht länger als »orthopädische Krücken« angesehen, sondern ganz einfach als praktischer und bequemer.

Auch bei psychologisch geschickter Werbung für altengerechte Produkte können Gerontologen helfen. Wer an 65-Jährige verkaufen will, wirbt in Reklamefilmen am besten mit deutlich jüngeren Akteuren. Die Werbung für kleine oder teilbare Bier- und Sprudelkästen zum Beispiel zeigt kräftige Männer beim Schleppen von schweren Bierkisten – gerichtet ist sie indes an alte Menschen. Diese Zielgruppe ist heikel. »Senioren haben real existierende Bedürfnisse, sie kaufen nur, was sie wirklich brauchen und was ihre Wünsche im Wesentlichen befriedigt«, sagt Darius Khoschlessan. Der Mediziner hat 1993 in Heidelberg das erste von heute 156 Senior-Fachgeschäften eröffnet, in denen alte Menschen allerlei Praktisches finden – vom Stützstrumpf über Leselupe und Teleskopgreifarm bis zum Einkaufswagen mit Klappsitz.

Wer sich neun oder noch mehr Semester mit den Nöten und Wünschen alter Menschen beschäftigen will, sollte sie mögen. Um das herauszufinden, sind Erfahrungen mit Senioren hilfreich. Miriam Benner etwa hat vor ihrem Studienantritt in Vechta ein Soziales Jahr in einem Recklinghauser Altenheim absolviert. Später würde die 22-Jährige gerne in einem Pflegebüro arbeiten, wie sie es in Münster kennen gelernt hat. Dort sei einmal hilfesuchend eine alte Frau erschienen, deren Mann zum Pflegefall geworden war und die nicht wusste, was daraufhin alles erledigt werden musste, bei Behörden und im Alltag. Ein Pflegebüro organisiere in solchen Fällen eine Rundumversorgung. Derartige Einrichtungen hätten in vielen Städten Zukunft.

Überhaupt ist Benner optimistisch, was die Jobchancen gut ausgebildeter Gerontologen angeht. Das sehr man schon daran, wie einfach es sei, Plätze für Praxissemester zu finden. »In einer alternden Gesellschaft gibt es für uns auf jeden Fall Bedarf«, zeigt sich die Studentin sicher.



2001-Sep-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Ländliche EU-Regionen werden erforscht
Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Projekt der Vechtaer Umweltwissenschaftler

Vechta – Ein regionalwissenschaftliches Forschungsprojekt an der Hochschule Vechta zur vergleichenden Untersuchung der Entwicklungskonzepte ländlicher Räume in Randlagen der Europäischen Union wird jetzt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell gefördert.

Ziel des Vorhabens unter Leitung von Prof. Dr. Ingo Mose vom Institut für Umweltwissenschaften ist die Analyse von regionalpolitischen Instrumenten der Entwicklung ländlicher Randregionen. Ausgewählte Gebiete sollen daraufhin untersucht werden, inwieweit sie Ausdruck der Entwicklung neuer Organisationsformen der Regionalpolitik sind, inwieweit sie sich am Leitbild einer nachhaltigen Entwicklung orientieren und in welcher Form dabei ein stärkeres Gewicht der europäischen Strukturpolitik zum Ausdruck kommt.

Anhand ausgewählter Fallstudien soll dabei insbesondere auch die praktische Umsetzung und Wirksamkeit entsprechender Handlungsansätze auf der regionalen Ebene untersucht werden. Die für die vergleichenden empirischen Untersuchungen herangezogenen Länder Österreich, Großbritannien und Schweden erscheinen aus der Perspektive des Wandels gegenwärtiger regionalpolitischer Strukturen besonders interessant. Gleiches gilt für die regionalen Fallstudien in der Eisenwurzen (Österreich), in Skye and Lochalsh und auf den Western Isles (Großbritannien/Schottland) sowie in Jämtlands Län (Schweden), bei denen die Auswahl der Untersuchungsgebiete auch den unterschiedlichen Wegen regionaler Förderpolitik Rechnung trägt.

Vorbereitet wurde die Antragstellung bei der DFG mit Hilfe einer Anschubfinanzierung durch die Kommission für Forschung und Nachwuchsförderung der Hochschule Vechta. Der zuständige Prorektor, Prof. Dr.-Ing. Manfred Ehlers sieht so das von der Hochschulleitung verfolgte Konzept einer internen Anschubfinanzierung zur Stärkung der Forschungsaktivitäten an der Hochschule in Vechta bestätigt.



2001-Sep-28
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Gerechtigkeit stoppt Terror
Zu den Kommentaren von Egge Weers und Prof. von Laer zum Weltterrorismus, 22. September:

Unterschiedlicher können zwei Kommentare zum gleichen Thema kaum sein. Egge Weers outet sich in der Rubrik »Meine Meinung« als »law and order man«. Er ist der Meinung, eine neue Zeitrechnung stünde bevor. Bedingt durch die geplanten politischen und militärischen Maßnahmen des amerikanischen Präsidenten würde die islamische Welt einen tiefgreifenden Wandel erleben, und zwar zum Guten!

Diese Einschätzung verfängt wohl nur an Stammtischen bei zwei Promille über Normal.

Auch die Feststellung, dass Pakistan die Taliban im Griff habe, entspricht nicht den Tatsachen, dieses Land steht leider kurz vor einem religiösen Bürgerkrieg.
Im »Gästebuch« geht Hermann von Laer die Sache gründlicher an und betreibt ohne akademische Verklausulierungen Ursachenforschung. Ich stimme ihm in fast allen Punkten zu, bedaure es allerdings, dass er auf der einen Seite nur die israelische Unterdrückungspolitik brandmarkt, aber nicht die daraus resultierenden palästinensischen Selbstmordattentate in Israel. Denn die treffen auch nur wieder unbeteiligte Mitmenschen.

Meiner Meinung nach werden wir vom weltweiten Terror erst relativ sicher sein, wenn der Wohlstand auf unserer gemeinsamen Welt einigermaßen gerecht verteilt wird. Leider taten sich die USA und die meisten Industrienationen, einschließlich Deutschland, auf diesem Gebiet nicht hervor. Die Staatsausgaben für Entwicklungshilfe liegen überwiegend unter einem Prozent. Doch man soll nie die Hoffnung aufgeben. Vielleicht übernehmen die G-7-Staaten mal eine Vorreiterrolle und sorgen für eine gewisse Chancengleichheit der sogenannten dritten Welt!

Gerd Wulff
Rötheweg 9
Lohne-Kroge

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2001-Sep-29
Hannoversche Allgemeine Zeitung

Rektor soll zurücktreten


VECHTA: Das Konzil der Hochschule Vechta hat am Freitag den Rektor Jürgen Howe zum Rücktritt aufgefordert. Howe habe keine Vertrauensbasis in der Uni mehr, begründete Sebastian Schmutte, Präsident des Studentenparlaments. Zwei Drittel der Konzilsmitglieder hätten dem Antrag der Studentenschaft zugestimmt. Hintergrund sei das seit Jahren angespannte Verhältnis zum Hochschulrat. Im Konzil sind neben Studenten auch Uni-Mitarbeiter vertreten. Über eine Abberufung des Rektors muss das Wissenschaftsministerium entscheiden. lni



2001-Sep-29
Oldenburgische Volkszeitung

Hochschule: Konzil fordert Howes Rücktritt

Vechta (su) – Das Konzil der Hochschule Vechta hat gestern Hochschulrektor Prof. Dr. Jürgen Howe zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Auch der Senat der Hochschule hat Howe am Dienstag in Fragen der Strukturplanung das Vertrauen entzogen. Grund für die beiden Misstrauensvoten sind anhaltenden Auseinandersetzungen zwischen Hochschulleitung, Professoren, Studenten und Angestellten.

Die große Mehrheit der Hochschulmitglieder missbillige „seine Amtsführung im Ganzen“, heißt es in der Konzilsentschließung. Zum Rücktritt gezwungen werden kann der Rektor allerdings nicht. Howe selbst bekräftigte denn auch, nicht aus dem Amt zu scheiden. In der momentanen schwierigen Situation wäre sein Ausscheiden für die Hochschule nicht förderlich.

Zu den Misstrauensvoten kam es, nachdem bekannt geworden war, dass der Rektor dem Senat im August vor der Entscheidung über ein neues Strukturkonzept ein Gesprächsprotokoll aus dem Wissenschaftsministerium nicht vollständig zur Kenntnis gegeben hatte. [Weiter Seite 11.]

2001-Sep-29
Oldenburgische Volkszeitung

Konzil der Hochschule fordert Howes Abgang

In der Strukturplanung spricht auch der Senat dem Rektor das Misstrauen aus / Howe will weiter im Amt bleiben

Vechta (su) - In einer kurzfristig anberaumten Sitzung hat das Konzil der Hochschule Vechta gestern morgen mit großer Mehrheit Hochschulrektor Prof. Dr. Jürgen Howe zum sofortigen Rücktritt aufgefordert.

Damit folgte das Konzil dem Senat der Hochschule, der Howe am Dienstag in der Strukturplanung ebenfalls das Vertrauen entzogen hat. Grund für die beiden Misstrauensvoten sind anhaltende Auseinandersetzungen zwischen Hochschulleitung und Professoren, Studenten und Angestellten. In der nächsten Woche will eine Professoren-Delegation auch im Ministerium in Hannover den Rückzug Howes aus der Hochschulleitung einfordern. Am 4. Oktober protestiert der Personalrat der Hochschule im Ministerium.

Das Konzil forderte gestern Howe mit einer Mehrheit von 30 der anwesenden 43 Mitglieder zum Amtsverzicht auf. Die große Mehrheit der Hochschulmitglieder missbillige seine "Amtsführung im Ganzen". Nur fünf Konzilsmitglieder stimmten gegen diesen von Studierenden eingebrachten Antrag, acht enthielten sich der Stimme. An die Seite Howes stellte sich in der Konzilssitzung lediglich noch Prorektoren Prof. Dr. Manfred Ehlers.
Zum Rücktritt gezwungen werden kann Howe nicht. Der Rektor selbst bekräftigte gestern, dass er nicht beabsichtigt, aus dem Amt zu scheiden. Das negative Votum des Konzils bezeichnete er als Folge interner Auseinandersetzungen, "die sich in einer selbstverwalteten Einrichtung wie einer Universität niemals völlig vermeiden lassen". In der momentanen schwierigen Situation wäre sein Ausscheiden aus dem Amt für die Hochschule nicht förderlich, erklärte der Rektor weiter. Er werde sich bemühen, "das verlorene Vertrauen wieder zurück zu gewinnen." Schließlich betonte Howe, dass zahlreiche Befürworter seiner Politik aus Protest gegen die auch vom Ministerium gewünschte Ansetzung des Konzils diesem ferngeblieben seien.

Der Senat sprach dem Rektor am Dienstag das Misstrauen aus, weil dieser dem wichtigsten Selbstverwaltungsgremium der Hochschule vor der Entscheidung über ein neues Strukturkonzept ein Gesprächsprotokoll aus dem Wissenschaftsministerium nicht vollständig zur Kenntnis gegeben habe. Zugleich entzog der Senat Howe die weitere Leitung der Strukturplanung und beauftragte damit die drei Professoren Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, Dr. Peter Nitschke und Dr. Ortwin Peithmann.

In dem von Howe dem Senat vorenthaltenen Papier mache das Ministerium klare inhaltliche Vorgaben zur anstehenden Umstrukturierung der Hochschule, hieß es gestern von Hans-Wilhelm Windhorst. In Kenntnis dieser Inhalte hätte das im August verabschiedete Strukturkonzept der Hochschule im Senat keine Mehrheit erhalten.

Den Vorwurf, kein tragfähiges Zukunftskonzept vorgelegt zu haben, wies Howe in seiner Pressemitteilung zurück: "Die Senatsentscheidung, das erst kürzlich nach langer Vorarbeit mit deutlicher Mehrheit befürwortete Strukturkonzept wieder zu Fall zu bringen, gefährdet den Fortbestand der Hochschule."

Studentische Konzilsteilnehmer begründeten gestern ihre Rücktrittsforderung mit Repressalien, denen Mitarbeiter und Studenten von Seiten Howes ausgesetzt gewesen seien. So seien die Verträge unliebsamer Hilfskräfte nicht verlängert worden. Auch diesen Konflikt sieht der Rektor anders: "Die betroffenen Studierenden haben nachweislich gegen arbeitsrechtliche Regelungen verstoßen."

(Lesen Sie bitte zu diesem Thema auch den Kommentar in der Rubrik Meinung & Kritik)

Foto: Machtkampf in der Hochschule: Die Mehrheit der Professoren hat Rektor Prof. Dr. Jürgen Howe [...] die Zusammenarbeit aufgekündigt. Von Professoren des Forums wie Prof. Dr. Peter Nitschke [...] bis zu früheren Mitstreitern wie Prof. Dr. Wilfried [recte: Hans-Wilhelm] Windhorst steht die Front. Allein eine Minderheit um Prorektor Prof. Dr. Manfred Ehlers steht weiter zum Rektor. Fotos: Kokenge



2001-Sep-29
Oldenburgische Volkszeitung

Rücktritt

Von Ulrich Suffner

Das Misstrauensvotum des Konzils gestern morgen ist so bezeichnend wie das des Senats am Dienstag. Prof. Dr. Jürgen Howe hat als Rektor viel Unterstützung in der Hochschule verloren. Nur die Prorektoren und wenige Getreue stehen zur Zeit zu ihm.

Eine prekäre Situation für die ohnehin am Abgrund taumelnde Hochschule. Eine Krise, die der Rektor nur noch bewältigen kann, wenn er zurücktritt. Bei allen Verdiensten, die er sich in den vergangenen ersten Jahren der universitären Unabhängigkeit erworben hat, muss er jetzt den Weg für einen Neubeginn frei machen.

Denn gegenüber dem Wissenschaftsministerium können Hochschule und Hochschulrat die Zukunft des Standorts nur sichern, wenn sie geschlossen auftreten. Mit Howe ist das seit gestern nicht mehr denkbar - ganz gleich, wer bei den internen Auseinandersetzungen Recht oder Unrecht hat.

Gespannt darf die Region auf die Reaktion des Ministers sein. Professorenmehrheit und Personalrat werden in Hannover in der kommenden Woche den Abgang Howes einfordern. Steht Oppermann weiter zum Rektor, wird die Hochschule das als ein Nein zum Standort verstehen.

Stellungnahme der Studentenliste “Uni Vechta”



2001-Sep-29
Oldenburgische Volkszeitung

Grotesker Vorwurf

Zum Leserbrief von Johannes Blömer vom 26. September.

Diese Kritik an dem Gastkommentar zu den Terrorakten in den USA ist für mich nicht verständlich. Wie kann man Prof. von Laer nur eine versuchte Rechtfertigung dieser grausamen Taten unterstellen? Wer behauptet, er hätte seinen Kommentar »mit armer Anteilnahme« für die Verbrecher verfasst, verlässt den Boden der vernünftigen Kritik.

Grotesk werden Blömers Äußerungen mit dem Vorwurf des »Rechtsextremismus«. Die Logik scheint allzu einfach: Von Laers Kritik an der Politik des jüdischen Israels kann sicher nur aus einer rechtsextremen Motivation heraus kommen. Hier wird wieder einmal das schlimme Phänomen des Rechtsextremismus als »Totschlag-Argument« instrumentalisiert, um einen kritisch denkenden Menschen zu diskreditieren, der mit seinen Ausführungen zu Israel ein Tabu der politischen Korrektheit gebrochen hat.

Prof. von Laer hat richtigerweise nonkonforme Themen angesprochen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zur Meinungsvielfalt. Er weist mit den Aspekten des religiösen Zusammenlebens, den Herausforderungen einer multikulturellen Gesellschaft und der Einwanderungspolitik auf entscheidende Zukunftsfragen hin, die in der deutschen Politik – obwohl sie auch für die Entwicklung der Weltordnung überaus wichtig sind – weitgehend tabuisiert werden. Es wäre schlecht um unsere pluralistische Demokratie und ihre Diskussionskultur bestellt, wenn Menschen, die sich um solche sensiblen Themen öffentlich sorgen, nicht mehr mit Anerkennung, sondern mit Diffamierungen zu rechnen hätten.

Jochen Steinkamp
Mozartstraße 36
Lohne

Bezugstext


2001-Sep-29
Nordwest-Zeitung: Oldenburger Münsterland – Vechta

Gerangel um Amtsführung des Rektors

ccf Vechta. Nach der gestrigen, kurzfristig angesetzten Sitzung des Konzils der Hochschule Vechta hat Rektor Prof. Jürgen Howe bekräftigt, dass er beabsichtige, auch weiterhin im Amt zu bleiben. Die Mehrheit der anwesenden Konzilsangehörigen hatten »nach einer Diskussion um die Amtsführung des Rektors«, so heißt es in einer Presserklärung der Hochschulleitung, gefordert, Howe solle zurücktreten. Hintergrund des neuerlichen Disputs sind hochschulinterne Streitigkeiten, unter anderem um die Besetzung von Hilfskraftstellen (die  NWZ berichtete). Zur aktuellen Situation an der Hochschule Vechta heißt es in einer gestern veröffentlichten Pressemitteilung des Studentenparlaments: »Diese Entwicklung zeichnete sich bereits in der jüngeren Vergangenheit ab. Sie spiegelt die Stimmung an der Hochschule wider.«