Presseschau 15. bis 30. Oktober 2001


2001-Okt-15
rundblick

Oppermanns Sprecher zu hoch eingruppiert?

(rb) Hannover. Ungemach droht dem neuen Sprecher von Wissenschaftsminister Thomas Oppermann, Tobias Dünow. Nach Informationen der CDU-Landtagsabgeordneten Annette Schwarz aus Delmenhorst ist der 29-jährige Hochschulabsolvent von der Uni Göttingen mit einer Qualifikation eines Magisters in Germanistik eingestellt worden und sogleich in die Besoldungsgruppe BAT 1 eingestuft worden. Beamtenrechtlich entspricht diese Besoldung A16, die normalerweise den Leitungen großer Behörden wie Finanzämtern, Justizvollzugsanstalten oder Gymnasien zukommt. Im Oktober-Plenum des Landtags soll Oppermann im Rahmen der Fragestunde des Parlaments unter anderem klären, über welche berufliche Qualifikation sein neuer Pressesprecher verfügt, die eine Einstufung in die höchstrangige Besoldungsgruppe BAT 1 rechtfertigt. Die CDU-Abgeordnete ist zudem interessiert daran, warum in diesem Fall nicht so verfahren wurde, wie es bei anderen Bediensteten üblich ist: Eingruppierung bei BAT III/IIa und – bei möglicher guter Leistung – spätere Höhergruppierung. In der dritten Frage verweist Schwarz darauf, dass andere Landesbedienstete oft jahre- und zum Teil sogar jahrzehntelang die »Ochsentour« absolvieren müssen, ehe sie – wenn überhaupt – eine solche Besoldungsstufe erreichen.



2001-Okt-15
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

»Kleinkarierter Streit schadet«
Minister Bartels kritisiert Teile von Vechtaer Hochschulangehörigen

Vechta – »Die Ursache für den unerträglichen Streit zwischen den Hochschulangehörigen sind hausgemacht und liegen in der Hochschule Vechta und nicht bei der Landesregierung in Hannover.« Mit dieser Feststellung reagierte der SPD-Unterbezirksvorsitzende und Landesminister Uwe Bartels auf eine Presseerklärung des CDU-Abgeordneten Friedhelm Biestmann.

Die wolle offenbar einen kleinkarierten politischen Streit anzetteln. »Dies schadet mehr, als dass es dem Standort Vechta nutzt«, betonte Uwe Bartels. Es sei bedauerlicherweise richtig, dass die Lieblingsbeschäftigung einer Reihe von Hochschulangehörigen das Spinnen von Intrigen und die Selbstzerstörung seien. Um das nachzuvollziehen brauche der interessierte Bürger nur die jüngsten Verlautbarungen aus Hochschulkreisen nachzulesen.

»Wenn doch die gleiche Energie in Wissenschaft Forschung und Lehre aufgebracht worden wäre, dann stünde es um das Ansehen des Standortes Vechta und seiner Zukunftsfähigkeit besser«, erklärte Minister Bartels. Seine Befürchtung sei es angesichts der Erfahrungen nach Änderung des Konkordates 1994, dass sich an der Situation auch bei einem Austausch von Personen nichts ändern werde: »Die Hochschule Vechta ist mit viel Energie dabei, ihre durch die Landesregierung gebotenen exzellenten Chancen kaputt zu streiten.«

Leserbrief dazu



2001-Okt-16
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Genetik im Blickpunkt
Grenzen zwischen Machbarkeit und Moral

Vechta (rd) – »Die Schöpfung in der Hand des Menschen?!«: Zu diesem Thema hält am Freitag (19. Oktober) Manfred Balkenohl im Rahmen der Veranstaltungsreihe der »Dritten Oldenburger Gespräche« ab 19.30 Uhr einen Vortrag im Vechtaer Kolpinghaus.

Der Universitätsprofessor in Vechta und Osnabrück geht der Frage nach, ob der Mensch alles das, was er kann, auch darf. Gegenstand der Gespräche ist auch die Überlegung, ob die Genetik die Würde des Lebens bedroht. Diesem Gesprächsangebot kommt angesichts der in weiten Teilen öffentlich geführten Diskussion besonders deshalb große Bedeutung zu, weil immer neue Handlungsmöglichkeiten und Entdeckungen in der Medizin zunehmend Fragen nach der (Un-)Verfügbarkeit menschlichen Lebens aufwerfen.

Informationen und Auskünfte erteilen Heinz Holtmann (04431/92660) sowie Rolf Lambertz (04431/3646).



2001-Okt-16
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Geschichtstagung

Heute beginnt an der Hochschule Vechta eine zweitägige Historiker-Tagung zum Thema »Regionale und lokale Geschichtskultur im internationalen Vergleich«; 8.15 Uhr, Uniaula. Die Wissenschaftler kommen unter anderem aus der Region Livland, Polen, Ungarn und Österreich. Veranstalter ist das Institut für Geschichte und Historische Landesforschung.



2001-Okt-17
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

"Geschichte hilft, eine Region interessant zu machen"
Auftakt der Vechtaer Tagung zur "Regionalen und lokalen Geschichtskultur/Gäste und Referenten aus Osteuropa

Vechta (ak) - Gemeinden, Städte und Kreise sollten sich wieder stärker als lokale Gemeinschaften verstehen und nicht allein als reine Behörden- oder Dienstleistungseinheiten. Mit dieser Forderung hat gestern auf der internationalen Historikertagung an der Hochschule Vechta Dr. Ralf Derenbach vom Deutschen Landkreistag zugleich die These verbunden, dass Geschichtswissenschaft und Kommunen stärker aufeinander zugehen müssten, denn über die Kenntnis und die fachlich versierte Darstellung der Geschichte werde auch die "lokale Identität" gestärkt.

Derenbachs Vorstellungen fanden die Zustimmung der rund 60 Teilnehmer an der Tagung unter dem Titel "Regionale und lokale Geschichtskultur im internationalen Vergleich." Der Vechtaer Historiker Professor Dr. Joachim Kuropa regte dazu gleich an, den Anteil des Geschichtsunterrichts an den Schulen auszubauen. Ein Vorhaben, das, so Derenbach, vom Landkreistag immer wieder angemahnt werde, das aber in der schwer beweglichen deutschen Kultusbürokratie wenig Widerhall finde.

Zu Beginn der Tagung, die heute um 8.30 Uhr im Vechtaer Kreishaus fortgesetzt wird, begrüßte Vechtas Landrat Clemens August Krapp die Teilnehmer aus Polen, Ungarn, Lettland, Tschechien und von verschiedenen deutschen Universitäten und Institutionen. Der Kreis, so Krapp, habe das Institut für Geschichte und historische Landeskunde der Hochschule Vechta gern bei der Durchführung der Tagung unterstützt.

Krapp verwies mit Blick auf die Gäste aus Osteuropa darauf, dass er die Erweiterung der Europäischen Union nach Osten als "großartige Chance für unseren Kontinent" sehe. Die Arbeit der Wissenschaftler leiste einen Beitrag dazu, "den Menschen sowohl im Osten wie auch im Westen die Angst vor einem engeren Zusammenrücken zu nehmen."

In der Einführung in das Thema verwies Professor Kuropka darauf, dass jede Kultur historisch vermittelt sei: "Für uns, die wir mit Geschichte zu tun haben, ist diese historisch gewachsene und vermittelte Kultur ein zentraler Faktor des persönlichen und öffentlichen Lebens, auch dann, wenn die Öffentlichkeit sich über diese Bedeutung nicht ohne weiteres Rechenschaft ablegt." Zur Geschichtskultur zählten auch auf lokaler und regionaler Ebene Bilder, Feste oder Denkmäler sowie Vorträge, Führungen oder Exkursionen, die dazu beitrügen, eine Stadt, eine Landschaft oder Region "interessant und erkennbar" zu machen, ihnen zu einer eigenen Identität, einem eigenen Charakter zu verhelfen. Sie alle entwickelten Bindekräfte für die Menschen.

Ein Ziel der Tagung sei es, sich über die Formen und Wirkungen dieser Art von Geschichtsvermittlung auf europäischer Ebene auszutauschen: "Unserer lokalen und regionalen Perspektive wird mit dem Vergleich europäische Weite verliehen." Die Ergebnisse der Tagung sollen in Buchform zusammengefasst werden.

Foto: Diskutieren über Geschichte auf regionaler und kommunaler Ebene: v. l. Landrat Clemens August Krapp, Professor Dr. Czeslaw Osekowski (Polen), Prof. Dr. hab. Bernadetta Nitschke (Polen), Prof. Dr. Krystof Urbanski (Polen), Dozent Dr. hist. Henrihs Soms (Lettland), Prof. Dr. Ulrich Hucker (Vechta), Prof. Dr. Hieronim Szczególa (Polen), Anna Jurewicz (Vechta/Polen). Foto: Kathe



2001-Okt-17
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Bartels sollte Ross und Reiter nennen

Bartels’ Einlassungen zur gegenwärtigen Lage an der Hochschule Vechta (OV vom Montag, den 15. Oktober) für oberlehrerhaft zu erklären, wäre fast ehrenrührig: Lehrer machen sich in der Regel kundig, bevor sie sich äußern. Zwar ist nachvollziehbar, dass Bartels seinen zwei, drei verbliebenen Genossen an der Universität Vechta beispringen muss, doch sollte er sich besser nicht auf Quellen wie Prorektor Ehlers berufen und dessen vulgärpsychologische Aussage vom Intrigenspinnen und Selbstzerstörung als »Lieblingsbeschäftigung einer Reihe von Hochschulangehörigen« übernehmen (OV vom 1. Oktober: Ehlers: »Hochschule führt bei Intrige und Selbstzerstörung«, dazu OV vom 6. Oktober: »Hauptbeteiligter der Machtkämpfe«).

Bartels sollte wissen, dass er sich mit seinen Behauptungen beweispflichtig macht: Er nenne Ross und Reiter der Intrigenspinner und Selbstzerstörer und nenne auch die mit Namen, die nicht »die gleiche Energie in Wissenschaft Forschung und Lehre aufgebracht« haben. Sonst sind seine Aussagen nichts als Verleumdungen, die eines Absolventen der Vorgängereinrichtung der Hochschule Vechta unwürdig sind.

Tatsache ist, dass bei Evaluationen durch staatliche Agenturen Forschung und Lehre in Vechta im Ganzen gut wegkommen – abgesehen vom Fach Gerontologie, dem 1999 vom Wissenschaftsrat attestiert wurde, dass die Forschung bisher keinen nennenswerten Stellenwert habe.

Professor Dr. Wilfried Kürschner
Dohlenstraße 7
49377 Vechta

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2001-Okt-17
Rundschau am Mittwoch

Beschluss rechtswidrig
Nur Hochschulleitung darf Entwicklung planen / Senat darf über Entwicklungsplanung lediglich beschließen

Vechta. Ein vom Senat der Hochschule Vechta in seiner letzten Sitzung gefasster Beschluss zur Strukturplanung der Hochschule ist rechtswidrig.

Dies hat die Hochschulleitung den Senatsmitgliedern in einem Schreiben mitgeteilt. Ein rechtswidriger Beschluss darf nicht vollzogen werden.

Der Senat der Hochschule Vechta hatte in seiner 61. Sitzung am 25. September beschlossen, eine Lenkungsgruppe für die Koordinierung der Hochschulstrukturplanung einzusetzen.

Zudem waren als Rahmenbedingungen die Umsetzung eines Zwei-Säulen Modells für die Hochschule und der Wegfall des Bereiches Gerontologie genannt worden.

Grundlage für die Feststellung der Rechtswidrigkeit ist das Niedersächsische Hochschulgesetz.

Demnach obliegt der Hochschulleitung die Erarbeitung von Vorschlägen zur Entwicklungsplanung der Hochschule, während der Senat über diese Planung beschließt.

»Es dürfte ein in der deutschen Hochschullandschaft wohl einzigartiger Vorschlag sein, dass Senatsmitglieder den Versuch machen, über den rechtswidrigen Beschluss die im entsprechenden Hochschulgesetz verankerten Strukturen aufzuheben«, so Prorektor Professor Dr.-Ing. Manfred Ehlers.

Um dennoch allen Beteiligten ein weiteres Mal Gelegenheit zu geben, sich zu Fragen der Hochschulentwicklungsplanung zu äußern, werden jetzt durch den Rektor der Hochschule Arbeitsgruppen eingesetzt, denen auch die Professoren Nitschke, Peithmann und Windhorst angehören.

Die Arbeitsgruppen erhalten den Auftrag, Überarbeitungen zum bestehenden Entwicklungskonzept vorzulegen. Dies schließt ausdrücklich Planungen für den Fortbestand des Faches Gerontologie mit ein.

Leserbrief dazu



2001-Okt-18
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Mehr Studenten

Die Studentenzahlen an der Vechtaer Hochschule haben sich um rund 20 Prozent erhöht. Dies meldet jetzt der Rektor Prof. Dr. Jürgen Howe. In diesem Wintersemester schrieben sich 434 neue Studenten (Vorjahr: 361) ein. »Und die Frist ist noch nicht vorbei. Es werden noch mehr werden«, erwartet Howe. Die Zahlen seien zumindest besser als die Stimmung an der Hochschule.



2001-Okt-18
Nordwest-Zeitung

Osnabrück noch ohne Kopfprämie für Erstsemester
Bislang gibt es kein »Begrüßungsgeld«

Von Frank Henrichvark

Jeder Neubürger bringt der Stadt Osnabrück ein jährliches Plus von 823 Mark an Steuern und Zuweisungen vom Land Niedersachsen. Manche Universitätsstädte versüßen deshalb den Studierenden die Anmeldung mit dem Hauptwohnsitz am Studienort mit einem »Begrüßungsgeld«. So war es auch in Osnabrück vorgesehen – aber seit Januar tritt das Projekt auf der Stelle.

Allein zum Wintersemester haben sich an der Uni Osnabrück 2 200 und an der Fachhochschule 1 500 Erstsemester eingeschrieben. Viele darunter kommen aus der Region und haben den Heimatort noch nicht aufgegeben. Aber dennoch steckt hier ein wesentliches Potenzial für die Einwohnerstatistik, das sich in klingende Münze umprägen ließe. Gert Leimbrock von der Einwohnerbehörde: »Es hat einen Ratsauftrag für das Begrüßungsgeld gegeben. Aber wegen rechtlicher Probleme ist das Thema bislang nicht weiter verfolgt worden.«

Andere Hochschulstandorte in der Region sind da einen Schritt weiter: Die Stadt Vechta zahlt sei 1. Januar Studierenden an der Hochschule, die ihren ersten Wohnsitz nach Vechta verlegen, 200 Mark. In Emden gibt es 188 Mark und in Lüneburg immerhin 100 Mark und ein Buch über die Stadt, in der die Neubürger künftig leben und studieren wollen.

Empfangsberechtigt sind in Vechta zum Beispiel nicht nur die Erstsemester, sondern auch alle, die sich im laufenden Studium gegen die Fahrerei zwischen Wohn- und Studienort entscheiden und erst später ummelden. Nach Auskunft des städtischen Pressereferenten Dr. Frank Käthler haben bisher gut 150 Studierende bargeldlos den Betrag erhalten. Der Stadt sei bekannt, dass in anderen Städten Klagen gegen Ungleichbehandlung geführt werden, allerdings sei der Ratsbeschluss bisher von einheimischen Studenten nicht öffentlich kritisiert worden: »Es kann sein, dass sich einige in Studentenkreisen beschweren. Bei uns hat sich noch keiner gemeldet.«

Der Musterprozess, den ein Student in Leipzig gegen das Begrüßungsgeld angestrengt hat, weil er als Eingeborener die Kopfprämie eben nicht einstreichen könne und damit benachteiligt sei, hat die Stadt Osnabrück im Januar davon abgehalten, das Begrüßungsgeld auszuloben. Gert Leimbrock: »Münster und Oldenburg haben das Vorhaben ebenfalls wieder aufgegeben. Außerdem stellt sich die Frage, wer denn die Verwaltungskosten für die Zuwendung übernimmt.«

Zudem gibt es in der Berechnung der Landeszuweisungen einen Stichtag: Entscheidend ist der 30. Juni jedes Jahres. Und um einen »Mitnahmeeffekt« auszuschließen, muss dieser Termin abgewartet werden: «Dazu müssen alle in Frage kommenden Fälle auf die Frist hin überprüft werden«, so der Verwaltungs-Mitarbeiter. Sollten die rechtlichen Bedenken endgültig ausgeräumt sein, werde es einen neuen Vorschlag an den Rat geben.



2001-Okt-18
Nordwest-Zeitung – Der Münsterländer

Howe gibt neue Zahlen bekannt

uma Vechta. Einen erfreulichen Zwischenstand bei den Neuanmeldungen der Studierenden hat gestern der Rektor der Hochschule Vechta, Professor Dr. Jürgen Howe, bekannt gegeben. Während die Zahl der Neuanmeldungen im vergangenen Jahr 361 betrug, liegt sie jetzt bei 434. Da noch kein Anmeldeschluss war, werden auch noch einige Nachzügler erwartet. „Diese Zahlen zeigen, dass die Hochschule Vechta leistungsfähig und attraktiv ist“, betonte Howe. Besonders erfreulich sei, dass die Zahl der Anmeldungen für das Fach Gerontologie von 57 im vergangenen Jahr auf jetzt 76 gestiegen sei. Das, so Howe, bedeute, dass das Konzept von Professor Dr. Hans-Wilhelm Windhorst, die Gerontologie abzuschaffen, verfehlt sei. Erhebliche Steigerungen gab es auch beim Grundschullehramt, für das sich 206 Studierende anmeldeten (Vorjahr: 155).



2001-Okt-19
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Jeder Jazzer ein echter Volltreffer
Semestereröffnungskonzert in Vechta

Vechta (hib) – Rot, gelbe und orange T-Shirts mit Sportmarken-Aufdruck, Jeanshosen mit Schlag und Fanta-Flaschen neben dem Notenpult: Mehr als die Optik unterscheidet das Jugendjazzorchester "Wind Machine" von einer Big Band mit Profimusikern nicht. Und wer beim Auftritt des Ensembles am Mittwochabend in der Aula der Vechtaer Hochschule die Augen schloss, der merkte kaum, dass Musiker im Alter von 15 bis 25 Jahren für das richtige Jazz-Feeling sorgten.

Auch Charlie Mariano, die Saxophonlegende, die gemeinsam mit den Nachwuchstalenten und deren Leiter Professor Bernhard Mergner auf der Bühne stand, war beeindruckt. Sichtlich beeindruckt. Bewundernde Blicke, ein erstauntes Kopfschütteln oder ein Zwinkern in Richtung Band waren seine Respektbekundungen für die Jugendlichen. So hielt sich die Legende bei ihren Einsätzen merklich zurück, versprühte bewusst immer nur kurz seinen übergroßen Jazz-Glanz. Schließlich überzeugte "Wind Machine" auch ohne ihn - mit ihm natürlich noch mehr.

Absolute Klassiker wie "Don‘ t git sassy" von Thad Jones, "Boogie stop shuffle" von Charles Mingus oder "Three days on the percussion road" von Wolfgang Schlüter standen auf den Notenblättern der musikalischen Niedersachsen. Kräftig, diszipliniert und nuanciert vorgetragen. Jeder Ton ein Treffer. Absolut erstaunlich, kommen doch die jungen Talente, die in Dassel, Lohne oder Celle wohnen, nur zwei Mal pro Jahr zu mehrtägigen Proben zusammen.

Doch vor allem Solisten wie der junge Saxophonist Tim Hoheisel oder Vocalistin Hanna Jursch bewiesen: Auch zu Hause läßt es sich prima jazzen. Souverän stellte Tim sich bei seinem Solopart neben den großen Mariano. Verzauberte die gut 200 Musikfans in der Hochschule mit seiner Spielfreude und bekam sogar von der Legende neben ihm heftigen Applaus für seinen Beitrag zu diesem grandiosen Konzertabend.

Doch das Jugendjazzorchester ist nicht nur gut, es ist auch gerecht. Denn damit möglichst viele Musiker zum Einsatz kommen, wechselte die Besetzung der einzelnen Stimmen immer wieder. Für jeden eine Chance, und verdient hatten sie alle. Egal ob schon berühmt oder vielleicht bald, egal ob weißhaarig oder mit brauner Wuschelmähne.

Foto: Die zurückhaltende Legende: Charlie Mariano beim Konzert in der Hochschule. Er ergänzte sich wunderbar mit dem enorm spielfreudigen Jugendjazzorchester Niedersachsen "Wind Machine".



2001-Okt-19
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Streit intern austragen
Zum Artikel »Greift Ministerium in Machtkampf ein?« vom 11. Oktober:

»Welch Geistes Kinder« sind die, die mit ihrem ständigen Genörgel die Hochschule Vechta und die persönlichen Leistungen vieler Menschen in aller Öffentlichkeit zerreden? Gedient ist hiermit nur denen, die ohnehin Argumente für eine Schließung der Bildungseinrichtung suchen. Erheblich schaden wird es aber den Studenten, die sich mit ihrem Abschluss auf dem Arbeitsmarkt bewerben müssen. Der angerichtete Imageschaden wird sich wohl langfristig auswirken.

Für mich stellt sich die Frage, ob sich hier nicht ideologische Zielsetzungen einiger Weniger verwirklichen. Die relativ junge Disziplin der Gerontologie hat durchaus ihre Existenzberechtigung, auch in Vechta. Diesem Studiengang werden nicht nur exzellente Zukunftsaussichten bescheinigt, sondern er entwickelt sich auch im wissenschaftlichen Raum zu einer nicht zu verkennenden Größe. Wer ihn schließen will, der verkennt die demographische Entwicklung unserer Gesellschaft. Im Übrigen dürfte wohl das Ministerium in Hannover über die Schließung eines Studiengangs entscheiden und nicht der Senat der Hochschule. Die Professoren sollten ihre Querelen intern austragen und sich nur noch mit produktiven und der Existenz der Hochschule dienenden Themen in der Öffentlichkeit zeigen.

Ludger Hausfeld
Falkenweg 21
Vechta

Bezugstextl



2001-Okt-21
OV am Sonntag

Hochschulstreit

Hochschule: Landwirtschaftsminister Uwe Bartels kritisiert Teile der Hochschulangehörigen der Uni Vechta. Ursache hierfür ist der schwelende Streit der Landesbediensteten und die Rücktrittsforderung an Uni-Rektor Jürgen Howe. Der momentane Streit schade dem Standort mehr als er nütze, erklärte Bartels. Er begrüße es, wenn die gleiche Energie in Wissenschaft, Forschung und Lehre aufgebracht werde.



2001-Okt-21
Sonntagsblatt

Ländliche Räume vergleichen
Forschungsprojekt an der Hochschule Vechta

Deutsche Forschungsgemeinschaft unterstützt das Vorhaben.

Vechta. Ein regionalwissenschaftliches Forschungsprojekt an der Hochschule Vechta zur vergleichenden Untersuchung der Entwicklungskonzepte und -strategien ländlicher Räume in Randlagen in der Europäischen Union wird jetzt durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell gefördert. Die Deutsche Forschungsgesellschaft ist die zentrale Einrichtung der Wissenschaft zur Forschungsförderung an Hochschulen und Forschungsinstituten in Deutschland.

Der Bewilligungszeitraum beträgt zunächst zwei Jahre. Projektleiter ist Prof. Dr. Ingo Mose vom Institut für Umweltwissenschaften (IUW) der Hochschule Vechta. Verbunden ist die Förderung mit der Einstellung einer wissenschaftlichen Mitarbeiterin auf einer Promotionsstelle sowie einer studentischen Hilfskraft.

Ziel des Forschungsvorhabens mit dem Titel »Zwischen Regionalisierung und Nachhaltigkeit – Neue regionale Entwicklungskonzepte für periphere ländliche Räume in der Europäischen Union« ist die Analyse von regionalpolitischen Konzepten, Strategien und Instrumenten der Entwicklung ländlicher Randregionen in der Europäischen Union.



2001-Okt-21
Sonntagsblatt

Lehramt sehr beliebt
Hochschule verzeichnet hohe Zuwachsraten

Deutsch, Mathe, Sachunterricht und Sport sind sehr gefragt.

Vechta. Eine deutliche Steigerung der Studienanfängerzahlen verzeichnet die Hochschule Vechta zum gerade begonnenen Wintersemester. Bislang 434 Studienanfänger haben sich eingeschrieben, gegenüber 361 im vergangenen Wintersemester. Dies bedeutet einen Anstieg um 20 Prozent.

Im Lehramtsbereich lassen sich vor allem bei den stark nachgefragten Fächern Deutsch, Mathematik, Sachunterricht und Sport hohe Zuwachsraten feststellen. Besonderes Interesse besteht bei den neu eingeschriebenen Studierenden am Grundschullehramt mit 206 Immatrikulationen gegenüber 155 im Wintersemester 2000/2001.

Stark zugenommen haben die Immatrikulationszahlen auch im Diplomstudiengang Gerontologie, für den sich 46 Erstsemester einschrieben (2000/2001: 30).



2001-Okt-22
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Ökumenischer Gottesdienst zum Semesterbeginn

Vechta – Mit einem ökumenischen Gottesdienst starten die katholische und die evangelische Hochschulgemeinde (KHG und ESG) in das neue Wintersemester. Der Gottesdienst findet am Dienstag (23. Oktober) in der Edith-Stein-Kapelle statt und beginnt um 19 Uhr. Unterstützt wird diese Stunde des Gebetes vom KHG/ESG-Kammermusikensemble.

Pate Laurentius Höhn und Pfarrer Dietmar Abel laden die neuen Studierenden der Hochschulen ein, anschließend bei einem gemütlichen Beisammensein mit Getränken, Süßigkeiten und Spiel das Hochschulleben entspannt beginnen zu lassen.



2001-Okt-23
Nordwest-Zeitung

Vechta. Das Gastreferat bei der Immatrikulationsfeier zum bevorstehenden Wintersemester 2001/2002 an der Hochschule Vechta am Mittwoch, 24. Oktober, hält der Mediziner Prof. Dietrich Grönemeyer. Veranstaltungsbeginn ist um 18 Uhr in der Aula, Driverstraße. Grönemeyer, der Leiter des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie an der Privatuniversität Witten/Herdecke und des Instituts für Mikrotherapie in Bochum ist, spricht über »Gesundheit und Kultur – Verpasst Deutschland eine Chance?«.



2001-Okt-24
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Grönemeyer an der Hochschule
Gesundheit und Kultur / Radiologie-Experte aus Witten/Herdecke

Vechta - Heute findet um 18 Uhr in der Aula der Hochschule Vechta die Immatrikulationsfeier zum Wintersemester 2001/2002 statt. Den Festvortrag zum Thema "Gesundheit und Kultur - Verpasst Deutschland eine Chance?" hält Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer, Leiter des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie der Privatuniversität Witten/Herdecke und des Instituts für Mikrotherapie Bochum.
 
Bekannt geworden ist Prof. Dr. Grönemeyer, übrigens Bruder des bekannten Musikers, als einer der namhaftesten Kritiker der Strukturen im deutschen Gesundheitswesen. Besonders bemängelt Grönemeyer den stiefmütterlichen Umgang von Krankenkassen, Politik und auch Medizinern mit technologischen Fortschritten. Auch alle Interessierten sind herzlich eingeladen.



2001-Okt-25
Nordwest-Zeitung

Grönemeyer an der Hochschule Vechta

Rektor Prof. Jürgen Howe (l.) begrüßte gestern mit Prorektor Prof. Martin Schweer (2.v.r.) und Dr. Birgit Hegewald (r.) Prof. Dietrich Grönemeyer (2.v.l.) als Festredner der Immatrikulationsfeier zum Wintersemester 2001/2002 an der Hochschule Vechta. Der Radiologe Grönemeyer leitet and er Privatuniversität Witten/Herdecke den Lehrstuhl für Mikrotherapie sowie das Institut für Mikrotherapie in Bochum. In seinem Referat »Gesundheit und Kultur – Verpasst Deutschland eine Chance?« ging er auf die Inhalte einer zukünftigen, ganzheitlichen Medizin ein, die durch eine Kombination von Schul- und moderner Hightech-Medizin sowie sanften Verfahren geprägt sein sollte.



2001-Okt-25
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Der Mensch als Mittelpunkt der modernen Medizin
Prof. Dietrich Grönemeyer lobt die Studiengänge Gerontologie und Umweltwissenschaften

Vechta (ek) - "Mit den Umweltwissenschaften und der Gerontologie haben Sie an der Hochschule zwei zukunftsweisende Bereiche", lobte Prof. Dr. med. Dietrich Grönemeyer bei der Immatrikulationsfeier gestern an der Hochschule Vechta. "Ich bin hochgradig daran interessiert, in diesen Bereichen mit Ihnen zusammenzuarbeiten."

Die beiden Fachbereiche sind seiner Meinung nach unverzichtbarer Bestandteil eines modernen und humanen Gesundheitssystems, wie Grönemeyer es sich für Deutschland wünscht.

Die modernen Methoden der Medizin würden in Deutschland zu wenig beachtet, mahnte der Leiter des Lehrstuhls für Radiologie und Mikrotherapie der Privatuniversität Witten/Herdecke und des Instituts für Mikrotherapie Bochum zu Beginn seines bemerkenswerten Vortrags. "Gefäßkatheder wurden in Deutschland entwickelt. Aber Krankenkassen und Politik konzentrierten sich nur auf die Kosten. Jetzt wird die Technik im Ausland mit hohem Gewinn vermarktet." So würden die Kreativität und das Engagement der deutschen Mediziner damit belohnt, dass beispielsweise in Japan ein Milliardenmarkt durch die Endoskopie entsteht. Deutschland müsse diese Eigenentwicklung teuer wieder zurück ins Land holen.

Längerfristige Einsparungen, die moderne Instrumente und Methoden leisten könnten, würden zudem außer Acht gelassen. Als Beispiel nannte er das Volksleiden Rückenschmerz. Krankenkassen würden nur äußerst selten Kernspintomografie oder Computertomografie einsetzen. "Aber auch wenn ein Patient hundert Mal geröntgt wird, ist ein Bandscheidenvorfall nicht zu erkennen", erläuterte Grönemeyer.

Obwohl er die phantastischen Möglichkeiten der neuen Techniken sehr zu schätzen wisse, betonte Grönemeyer: "Der Mensch muss im Mittelpunkt stehen". Vor allem im Hinblick auf die Gentechnik sei die Gefahr groß, Schäden mit unkontrollierbaren Ausmaßen zu verursachen. Er schlug daher vor, ein unabhängiges internationales Gremien ins Leben zu rufen. Es solle überwachen, ob die "Menschenwürdigkeit" bei medizinischen Neuerungen gewahrt bleibe. Dem Gremium müssten Vertreter der Medizin und Naturwissenschaften, aber auch Geisteswissenschaftler wie Theologen oder Philosophen angehören. "Wir müssen das detaillierte Fachwissen miteinander verbinden."



2001-Okt-25
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Konzilssitzung wurde abgebrochen

Vechta (ek) – Eine für gestern einberufene Konzilssitzung der Hochschule Vechta musste gestern nach Angaben von Rektor Jürgen Howe abgebrochen werden. Nachdem Howe die Sitzung eröffnete und einen Konzilsvorstand ernannte, verließen mehrere Konzilsmitglieder den Sitzungssaal. Somit war das Konzil nicht mehr beschlussfähig.

Die Sitzung wurde neu einberufen, da eine Konzilssitzung am 11. Juli aufgrund einer Erkrankung Howes ausgefallen war.

Dazu die Pressemitteilung der Studenten
und die Presseerklärung des Forum Universität



2001-Okt-25
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Ich schätze Howe sehr

Als OV-Abonnent sind mir schon viele Leserbriefe über die Querelen in der Hochschule Vechta begegnet, obwohl ich es vorziehen würde, wenn dieser Streit intern ausgetragen würde. Ich möchte hier meine eigenen Erfahrungen mit Herrn Rektor Prof. Dr. Howe mitteilen.

Ich kenne ihn seit langem und habe als früherer Prorektor eng mit ihm zusammengearbeitet. Schon damals gab es die Gruppe, der es Herr Howe nie recht machen konnte (was bei einem solchen Amt ohnehin schwierig sein dürfte). Man hat ihm immer etwas Neues vorgeworfen, beispielsweise, er würde zu eng mit dem Hochschulrat kooperieren (heute wirft man ihm das Gegenteil vor), die Hochschule würde unter seiner abschreckenden Amtsführung allein schon wegen Mangels an Studierenden zugrunde gehen (sie hat aber heute mehr Studierende als je zuvor) und das von ihm konzipierte Fach Gerontologie sei ein Flop (wird aber sehr gut angenommen).

Ich glaube nicht, dass es bei seinen Gegnern etwas gibt, das Herr Howe richtig machen könnte, und ich kann mich seit vielen Jahren an keine Senats- oder Konzilssitzung erinnern, in der der Rektor nicht ausführlichen Beschimpfungen ausgesetzt war.

Andererseits kann ich aus meiner Erfahrung sagen, dass ich mir keinen fleißigeren und effektiveren Rektor als Herrn Howe vorstellen kann. Er wird auch menschlich von mir und vielen anderen sehr geschätzt. Leider waren alle Versuche von Herrn Howe und mir vergeblich, den tiefen Graben zu überbrücken, der die zwei inneruniversitären Lager trennt, und es ist zu befürchten, dass dieser Graben sogar noch breiter wird, wenn Herr Howe eines Tages aus dem Amt scheidet.

Prof. em. Dr. Dr. Heinrich E. Weber
Am Bühner Bach 12
Bramsche

Leserbrief dazu – Original
Leserbrief – abgedruckte Fassung



2001-Okt-26
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]’

Verhärtete Fronten nach Konzilssitzung
Rücktrittsforderung des Konzils rechtens? Ministerium nimmt in nächsten Tagen Stellung

Von Ulrich Suffner

Vechta - Mit der Beantwortung einer Rechtsauskunft wird das Wissenschaftsministerium in Hannover in den nächsten Tagen erstmals direkt in den Streit zwischen der Vechtaer Hochschulleitung auf der einen Seite und dem Senat, dem Konzil und dem Hochschulrat auf der anderen Seite eingreifen. Das Ministerium will die zwischen Rektor Prof. Dr. Jürgen Howe und den Hochschulgremien strittige Frage klären, ob eine Konzilssitzung am 28. September rechtens war. Hier hatte das Konzil Howe mit großer Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen und zum sofortigen Rücktritt aufgefordert. Zuvor hatte der Senat dem Rektor die Strukturplanung entzogen und eine eigene Lenkungsgruppe für die Reform des Studienangebotes eingerichtet.

Howe hält die Konzilssitzung im September, zu der er selbst einlud, heute nicht mehr für rechtens, weil diese in den Semesterferien stattfand und mehrere Konzilsmitglieder fehlten. Deshalb berief er am Dienstag das Konzil erneut ein, doch wurde diese Sitzung wegen Beschlussunfähigkeit abgebrochen (OV berichtete). Ein Großteil der 49 stimmberechtigten Mitglieder war erst gar nicht erschienen, andere verließen den Saal aus Protest gegen die Absetzung des am 28. September gewählten Konzilsvorstandes durch Howe.

Am Ende dieser Farce stimmten nur neun der noch anwesenden 18 Konzilsmitglieder für die Durchführung einer Sitzung. "Die Hochschulleitung hat die Grenzen der Legalität überschritten", erneuerte Sebastian Schmutte, der Präsident des Vechtaer Studentenparlamentes, danach die Forderung nach Howes Rücktritt. Der Rektor dagegen muss nicht zurücktreten und will auch weiter im Amt bleiben. Er nannte die Sitzung von Dienstag "rechtmäßig". Er habe sie einberufen, weil am 11. Juli eine Konzilssitzung wegen seiner Erkrankung ausgefallen war.

Unterdessen hat der Hochschulrat die Zusammenarbeit mit der Arbeitsgruppe des Senats aufgenommen. Auf der Grundlage des Wissenschaftsratsgutachtens werde das Studienkonzept nun gemeinsam erarbeitet.


Leserbrief, am 26. Oktober an die OV gesandt

Der ehemalige Prorektor Weber wirbt in einem langen Leserbrief für Howe, beschreibt ihn als einen gütigen Menschen, der alles getan habe, um die verfeindeten Lager an der Uni zu versöhnen, und ohne den alles noch viel schlimmer wäre.

Das kann man ja kaum glauben. Und man sollte es wohl auch nicht. Weber selbst ist nur deshalb zum Prorektor gewählt worden, weil Howe sich damals geweigert hatte, einen zweiten Kandidaten vorzuschlagen.
Das Konzil hat ihn mit Mehrheit abgelehnt und Prof. Weber ist vermutlich der einzige Prorektor Deutschlands, dem es nicht zu peinlich war das Amt anzutreten, obwohl er mehr Nein- als Ja-Stimmen bekommen hat.

Und die Lagerkämpfe -- die sind inzwischen beendet. Mit großer Mehrheit hat das Konzil Howe das Misstrauen ausgesprochen; der Senat tat dasselbe. Howe hat durch geschicktes Taktieren und in Zusammenarbeit mit Prorektor Ehlers und dem Vorsitzenden des Hochschulrates Koch die Spaltung der Hochschule in Profiteure und Ausgebootete herbeigeführt. Aber jetzt, wo die Uni vollkommen heruntergewirtschaftet ist, sind alle bereit, den Streit zu beenden und trotz allem konstruktiv zusammenzuarbeiten. Aber wie soll das gehen, wenn der Rektor mit allen Krieg führt und mit allen Mitteln und gegen den Widerstand des Ministeriums nur seinen eigenen Studiengang zu retten versucht und dafür sogar die Existenz der ganzen Uni riskiert?

Jahrelang haben Hochschulleitung und Hochschulrat behauptet, dass alles wunderbar sei. Und die Mehrheit der Hochschulangehörigen hat es geglaubt oder wenigstens davon profitiert, wie Howe und der Hochschulrat intern Geld und Stellen verteilten. Nicht zuletzt hat auch das Ministerium all das unterstützt.

Ein weiteres Beispiel dafür: Die Sitzung des Konzils ist geplatzt, weil Howe den gesetzlich bestellten Sitzungsvorstand abgesetzt und einen eigenen "kommissarischen" Sitzungsvorstand eingesetzt hatte. Das ist ein klarer Rechtsbruch. Solchem Treiben sieht das Ministerium nun schon jahrelang tatenlos zu. Da kann man sich doch denken, was die mit der Uni in Vechta vorhaben.

Sven Mayerhofer

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Zur abgedruckten Fassung



2001-Okt-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Rektor Howe stellt Hochschulrat in Frage
Seit dem Ratsvorsitz von Gert Stuke sei es zu keiner regulären Sitzung mehr gekommen

Vechta - Deutliche Kritik am Hochschulratsvorsitzender Gert Stuke äußerte gestern in einer Pressemitteilung der Rektor der Hochschule Vechta, Prof. Dr. Jürgen Howe.
Gegenüber dem Zeitraum zwischen 1995 und 1999, in dem der Hochschulrat konstruktiv und im Sinne der Hochschule gearbeitet habe, sei seit der Wahl Stukes im Oktober 2000 die Kooperationsbereitschaft dieses Gremiums drastisch gesunken.

Als Ursache dafür sieht Rektor Howe vor allem den erklärten Willen des Hochschulratsvorsitzenden, die Hochschulleitung aus dem Amt drängen zu wollen. In der Folge habe es zahlreiche Versuche gegeben, in das operative Tagesgeschäft der Hochschulleitung einzugreifen, etwa im Bereich der Stellenausschreibungen und -besetzungen oder der Aussonderung alter Aktenbestände. "Mehrfach musste das Ministerium für Wissenschaft und Kultur hier eingreifen, und die von Stuke vertretenen Positionen im Rahmen der Rechtsaufsicht revidieren", so Howe. Problematisch sei zudem, dass der Hochschulrat seit der Wahl Stukes zum ersten Vorsitzenden faktisch zu keiner regulären Sitzung mehr zusammengetreten sei. So seien weder ausgeschiedene Mitglieder ersetzt noch für die Hochschule wichtige Professuren freigegeben. Howe fordert im Sinne der Zukunftssicherung der Hochschule eine Untersuchung der Effizienz des Hochschulrates.



2001-Okt-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Kennzeichen Katholisch
Kuropka referiert auf Herbstversammlung

Oldenburger Münsterland (bpv) – Kirche und Seelsorge können heute ganz neue Zugänge zu den Menschen gewinnen. Diese Auffassung vertrat der Historiker Prof. Dr. Joachim Kuropka in einem Vortrag auf der Herbstversammlung des Vereins Oldenburgischer Geistlicher in Vechta.

Unter dem Titel »Umbruch in der Kirche und südoldenburgische Identität« beschrieb Kuropka die Entwicklung des katholisch-kirchlichen Lebens im Oldenburger Land seit Beginn des 19. Jahrhunderts. Aus »lange und mühevoll ausgetragenen Konflikten um die Eigenständigkeit der Kirche« ergeben sich nach Kuropka auch im heutigen Zeitalter der Globalisierung Verpflichtungen, die kulturelle und religiöse Eigenständigkeit der Bevölkerung einer Region gegen Einebnung der Lebensverhältnisse zu schützen. Als »ersten Fixpunkt der Entstehung oldenburgischer katholischer Identität« nannte er den Kulturkampf des preußischen Staates gegen den Katholizismus im 19. Jahrhundert. Mehr als 1000 katholische Demonstranten aus dem Herzogtum Oldenburg bekundeten am 14. April 1875 in der preußischen Bischofsstadt Münster ihre Solidarität mit dem Diözesanbischof Brinkmann.

Bis heute, so Kuropka, gelte »Katholisch« als Kennzeichen des Oldenburger Münsterlandes, »das über lange Zeiträume auch der Rückhalt der nordoldenburger Katholiken war und in wirtschaftlicher Hinsicht wohl auch heute noch ist.«



2001-Okt-27
Nordwest-Zeitung

Oppermann im NWZ-Interview

Als »Klamauk« hat Wissenschaftsminister Oppermann die anhaltenden Konflikte an der Hochschule Vechta bezeichnet. Er rief zur Vernunft auf.

»Wieder zur Vernunft kommen«
Wissenschaftsminister Thomas Oppermann zur prekären Situation der Hochschule Vechta

Mit deutlicher Verärgerung reagiert Oppermann auf die anhaltenden Auseinandersetzungen an der Hochschule Vechta. Die Gremien fordern inzwischen die Ablösung von Rektor Jürgen Howe.

Von Rainer Rheude

NWZ: Wie lange können Sie als Minister den schier endlosen Streitereien und Konflikten in der Hochschule Vechta noch tatenlos zusehen?

Oppermann: Die endlichen Konflikte sind leider schon zu einem negativen Markenzeichen der Hochschule geworden. Einige Akteure scheinen Vergnügen daran zu haben, sich wie die Kesselflicker zu streiten – darunter leiden gerade die Hochschulangehörigen, die Vechta ernsthaft weiterentwickeln wollen. Ich kann nur an alle Beteiligten appellieren, wieder zur Vernunft zu kommen und die Hochschule voranzubringen. Ich nehme aber die Hochschulautonomie sehr ernst: Es kann nicht die Aufgabe eines Ministeriums sein, in obrigkeitsstaatlicher Manier in interne Streitigkeiten einzugreifen.

NWZ: Alle Gremien – Hochschulrat, Senat, Konzil – sprechen sich gegen Rektor Howe aus. Sind Sie dann als Minister nicht gefordert, tätig zu werden und Howe möglicherweise sogar abzuberufen?

Oppermann: Nach geltendem Recht ist es nicht möglich, Rektoren oder Präsidenten abzuberufen. Erst das neue Hochschulgesetz, das in 2002 in Kraft treten soll, wird eine Abberufung ermöglichen. Dazu sind eine Drei-Viertel-Mehrheit im Senat und die Bestätigung durch den Hochschulrat nötig.

NWZ: Bis Ende 2001 sollte – nach einem Erlass von Ihnen – die Hochschule Vechta ein zukunftssicherndes und konkurrenzfähiges Profil entwickeln. Wie weit ist die Hochschule nach ihrer Einschätzung damit?

Oppermann: In meinem Haus liegt bislang kein Konzept der Hochschule vor, das den Anforderungen, die der Landtag formuliert hat, entspräche. Die Hochschule muss sich nun beeilen. Sie hat durch ihre Selbstblockade viel Zeit verloren. Die Voten des Wissenschaftsrats und der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen liegen lang genug vor. Statt zielgerichtet an der Beseitigung der dort präzise beschriebenen Schwächen zu arbeiten und ein tragfähiges Zwei-Säulen-Modell zu entwickeln, wird in Vechta aber immer wieder Klamauk veranstaltet.

NWZ: Reicht die Zeit überhaupt noch für eine Profilbildung? 2005 stehen bekanntlich neue Gutachten des Wissenschaftsrates und der Wissenschaftlichen Kommission zum Fortbestand der Hochschule Vechta n, die schon einmal ziemlich vernichtend waren.

Oppermann: In der Tat, die Evaluationen waren verheerend. Um mal ein Bild aus dem Hochschulleben zu bemühen: Ein Examenskandidat, der bei der Prüfung durchfällt, muss eben besser werden. Da hilft es nicht, über den Zeitpunkt der Wiederholungsprüfung zu klagen. Die Hochschule muss begreifen, dass die erneute Begutachtung 2005 eine Chance bietet, die auch genutzt werden muss. Als Land, das seine begrenzten finanziellen Ressourcen effizient einsetzen muss, müssen wir in Niedersachsen die Qualitätssicherung absolut ernst nehmen.

NWZ: Vechta war die erste niedersächsische Hochschule mit einem Hochschulrat. Sind die ständigen Konflikte an dieser Hochschule nicht auch ein Ausdruck dafür, dass die Einrichtung eines Hochschulrates mehr Probleme schafft als löst? Oder sind das nur lokale Auswüchse?

Oppermann: Andere Länder haben bereits umfangreiche Erfahrungen gesammelt, und die Hochschulräte sind da eine Bereicherung. Sie stellen externe Kompetenz zu Verfügung und verhindern, dass die Hochschulen im eigenen Saft schmoren. Auch in Vechta sind vom Hochschulrat wertvolle Impulse ausgegangen.

Leserbrief dazu



2001-Okt-27
Nordwest-Zeitung

Wie die Kesselflicker

Rainer Rheude

Es ist nicht mehr mitanzuschauen: Was sich seit geraumer Zeit an der Hochschule Vechta abspielt, ist an Peinlichkeit kaum zu überbieten. Selbst Wissenschaftsminister Oppermann, der von Amts wegen eher zur Zurückhaltung gezwungen ist, fallen bei der Beschreibung der Vechtaer Verhältnisse nur noch Vokalen wie »Klamauk« und »Kesselflicker« ein. Seit Monaten wird dort tatsächlich im Stil der sprichwörtlichen Kesselflicker gestritten.

Es ist müßig, nach den Gründen und Motiven forschen zu wollen, die die Auseinandersetzungen zwischen dem Rektor und den Gremien haben derart eskalieren lassen. Selbst intime Kenner der Vechtaer Hochschulszene vermögen nicht mehr zu den Ursprüngen des Streits vorzudringen. »Es wird auf allen Seiten gelogen und getrickst«, sagt einer der wenigen Hochschullehrer, die nicht in den Konflikt involviert sind.

Für die Zukunft der Hochschule könnte diese Selbstblockade verhängnisvolle Auswirkungen haben. Bis Jahresende soll Minister und Landtag ein Konzept vorgelegt werden, mit welchen Studieninhalten sich der Standort zu profilieren gedenkt. Und in vier Jahren werden sich dann noch einmal der Wissenschaftsrat und die Wissenschaftliche Kommission Vechta vorknöpfen und überprüfen, ob und welche Folgerungen aus der ersten Evaluierung gezogen wurden, die bekanntlich vernichtend ausgefallen war. Bei den Mitgliedern beider Gremien herrschte bereits damals eine gehörige Portion Skepsis gegenüber dem Mini-Standort vor; die verbalen öffentlichen Keilereien dürften diese Skepsis noch um einiges vergrößert haben.

Doch die Hauptakteure an der Hochschule scheint das nicht anzufechten. Sie glauben sich unter dem schützenden Schirm des Konkordats gefeit vor jeder weltlichen Unbill, vor allem davor, die Selbstständigkeit, die ihnen nach der Loslösung von Osnabrück probehalber gewährt wurde, wieder zu verlieren. Sie sollten sich nicht zu sicher wähnen: Auch der katholischen Kirche kann es nicht gleichgültig sein, wenn der Ruf »ihrer« Hochschule weiter systematisch ruiniert wird oder wenn diese in der Qualität von Studium und Lehre nicht mit anderen mithalten kann. Es ist durchaus denkbar, dass sich die Kirche eines Tages ihre hochschulpolitischen Interessen auf andere Wege von der Landesregierung absichern lässt als durch eine selbstständige Hochschule in Vechta. Zu viel ist in jüngster Zeit in der Hochschulpolitik in Bewegung gekommen, und nichts mehr, auch kein Konkordat, ist auf ewig festgeschrieben.



2001-Okt-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Abschied nach zehn Jahren

Küchenchef Rudi Böhmer bedankt sich bei Agnes Holzenkamp für ihre langjährige Arbeit in der Vechtaer Mensa des Studentenwerks Osnabrück.



2001-Okt-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Neues Programmheft
Thema: »Dem Leben auf dem Grund gehen«

Vechta (ro) – Dem Leben auf den Grund gehen ist diesmal das Thema des neuen Programmheftes der Katholischen Hochschulgemeinde (KHG) und der Evangelischen Studentengemeinde (ESG). Programmhefte liegen in der Hochschule aus.

Ein besonderes Highlight ist der Schnuppertauchkurs. Er findet in der Woche vom 29. Oktober bis zum 4. November statt. Um sofortige Anmeldung wird gebeten.

Ein Streitgespräch zum Thema »Was ist Leben« findet am Dienstag (30. Oktober) um 20 Uhr im Haus der KHG, Windallee 34, statt. Zum Gedenken an die Reichsprogromnacht treffen sich die Studenten am 9. November um 18 Uhr zum Gottesdienst in der Propsteikirche. Anschließend gehen die Teilnehmer zum Gedenkstein in der Juttastraße in Vechta.

Aus Anlass der aktuellen politischen Ereignisse ist der Vortrag der Islamlehrerin Iyman Salwa Al-Zayed am 14. November besonders interessant. Um 20 Uhr hält sie einen Vortrag zum Thema »Sind wir zum Frieden fähig?« in Hannover. Es wird um telefonische Anmeldung (0172/9923907) gebeten, um Fahrgemeinschaften zu bilden. Die Abfahrt ist um 19 Uhr vom Haus der KHG.

Hat der Mensch das Recht auf einen »Guten Tod«? Die Frage nach Euthanasie soll am 29. Januar am KHG diskutiert werden. Der Semester-Abschlussgottesdienst findet am 5. Februar 2002 um 19 Uhr in der Edith-Stein-Kapelle statt mit einem anschließenden gemeinsamen Abend.



2001-Okt-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Vortragsreihe: »Frauen und Gewalt«
Bekannte Wissenschaftlerinnen referieren an der Hochschule

Vechta (ek) – Die sechste Frauenvortragsreihe des Frauenbüros der Hochschule Vechta beschäftigt sich mit dem schwierigen Thema »Frauen und Gewalt«. An insgesamt vier Abenden des Wintersemester 2001/2002 werden bekannte Wissenschaftlerinnen »Frauenblicke« auf das Phänomen werfen.

Am 30. Oktober wird Dr. Petra Katz (Psychologin, Harpendorf) die Reihe eröffnen. Sie untersucht in ihrem Vortrag, inwieweit die Depression auf »Gewalterfahrungen« der Frauen zurückgeführt werden kann.

Den zweiten Vortrag hält Dr. Cornelia Wienken (Gerontologin an der Hochschule Vechta) am 20. November. Ihr Vortrag befasst sich mit Gewalterfahrungen von alten Menschen. Prof. Dr. Irma Jansen (Sozialpädagogin an der Fachhochschule Münster) berichtet am 18. Dezember über die Motivationslagen gewaltbereiter Frauen und Mädchen. Der letzte Vortrag ist von der Berliner Journalistin Ulla Fröhling am 22. Januar. Sie beklärt über die Wirkung der Darstellung sexueller Gewalt in den Medien auf. Alle Vorträge dieser Reihe finden dienstags in der Zeit von 17.00 – 19.00 Uhr, im Raum L 400 (Gruppenraum der Bibliothek) in der Hochschule Vechta, Driverstraße 26 statt.



2001-Okt-27
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Wo bleibt die Menschenwürde?
Kontroverse Diskussionen bei Philosophietagung in Vechta

Vechta (ek) – »Der Traum vom ›besseren‹ Menschen – Zum Verhältnis von praktischer Philosophie und Biotechnologie«: Zehn Professoren und Referenten aus dem ganzen Bundesgebiet setzten sich auf einer Philosophietagung an der Vechtaer Hochschule mit den Chancen und Risiken der Biotechnologie auseinander. Eingeladen hatten die Philosophieprofessoren Dr. Christina Schües (Vechta) und Frank Weinreich (Dortmund).

In den regen Diskussionen zeichneten sich zwei Themenbereiche ab, die das Interesse des Publikums besonders auf sich zogen: Wann beginnt menschliches Leben und wie wertet man die Menschenwürde in der Biotechnologie.

Die Biologin und Philosophin Dr. Eva Neumann-Held beschrieb in ihrem Vortrag, dass für die Frage, wann menschliches Leben beginnt, die unterschiedlichsten Kriterien angesetzt werden können. Jeder dieser Maßstäbe berge in sich die unterschiedlichsten Rechtfertigungen. Zum Beispiel gäbe es natur-wissenschaftlichen, ethisch-politischen und juristischen Interessen.

Demgegenüber vertrat Dr. Christina Schües die These, dass der ungeborene Embryo vor allem durch die Beziehung zu seiner Mutter ein Mensch ist. Schon allein wenn der Embryo in Petrischale wachse, sei er aus dem Beziehungsgefüge herausgerissen. Dies sei ein Angriff auf die Menschenwürde.

Prof. Dr. Kurt Bayertz beschäftigte sich mit der Frage: Dürfen wir die menschliche Natur verändern? Die Grenzen zwischen Natürlichkeit und Künstlichkeit des Menschen sind seiner Meinung nach fließend. Er führte Implantationen oder Schönheitsoperationen als Beispiel an, die inzwischen völlig unproblematisch seien. Er sieht daher prinzipiell kein Problem darin, genetisch den Körper zu verändern. Diese Ansicht löste im Publikum durchaus Widerspruch aus.

Ebenso streitbar ist die Ansicht von Prof. Dr. Steinvorth aus Hamburg. Er behauptet, Bezug nehmend auf die Theorien von Kant, dass der Mensch die moralische Pflicht hätte, das menschliche Genom zu verbessern.

Die Vorträge des Symposiums werden in einem Sammelband veröffentlicht.



2001-Okt-29
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Zurücktreten!

Mit Nachdruck hat gestern der Vorsitzende des Hochschulrates, Gert Stuke, den Rektor der Hochschule Vechta, Prof. Dr. Jürgen Howe, noch einmal zum Rücktritt aufgefordert. Die von Howe am Hochschulrat geäußerte Kritik sei haltlos. Der Rektor solle „den Weg frei machen“. > Seite 14

Howe lenkt von eigenem Scheitern ab
Hochschulratsvorsitzender weist Kritik des Rektors zurück: "Soll endlich Weg frei machen"

Vechta (su) - Die unwahren und unsachlichen Äußerungen von Prof. Dr. Jürgen Howe über die Arbeit des Hochschulrats der Hochschule Vechta sind der durchsichtige Ablenkungsversuch eines in jedem Bereich gescheiterten Rektors. Dies erklärte gestern der Vorsitzende des Hochschulrates, Gert Stuke aus Neuenkirchen, in Reaktion auf Äußerungen Howes am Samstag (OV berichtete).

Howe sei es in seiner fast sechsjährigen Amtszeit nicht gelungen, ein klares Zukunftsprofil für die Hochschule zu entwickeln, meinte Stuke weiter. Den Aufbau einer funktionsfähigen Verwaltung habe er durch sachwidrige Eingriffe in die Aufgabenbereiche der dafür zuständigen Mitarbeiter bis heute behindert.

Seine Amtsführung habe der Rektor nicht als Sacharbeit verstanden, sondern an persönlichen Machtinteressen orientiert. Deshalb habe sich der Hochschulrat verschiedentlich gezwungen gesehen, von seinem Aufsichtsrecht im Verwaltungsbereich Gebrauch zu machen. "Nicht ohne Grund", so Stuke, "haben alle wichtigen Hochschulgremien Rektor Howe mit so deutlichen Mehrheiten das Vertrauen entzogen und ihn zum Rücktritt aufgefordert."

Die Kritik Howes am Hochschulrat wies Stuke entschieden zurück. Erst kürzlich habe Niedersachsens Wissenschaftsminister Thomas Oppermann in einem Zeitungsinterview bestätigt, dass vom Hochschulrat wertvolle Impulse ausgegangen seien. Die externe Kompetenz von Hochschulräten verhindere, "dass die Hochschulen im eigenen Saft schmoren".

Die gegen Howe an der Hochschule entstandene Einigkeit und neue Aufbruchstimmung wertete Stuke gestern "als positives Zeichen". Dem Rektor war durch Senatsbeschluss die Planungszuständigkeit entzogen und einer Lenkungsgruppe übertragen worden, der Vertreter aller Fraktionen angehören. Erste wichtige Schritte zur Entwicklung des vom Landtag geforderten Konzepts seien bereits eingeleitet und mit dem Ministerium erörtert worden.

Auch im Hochschulrat seien die bisherigen Ergebnisse der Lenkungsgruppe am 19. Oktober auf einhellige Zustimmung gestoßen. "Wir sind zuversichtlich, dass jetzt ein zukunftsorierentiertes Strukturkonzept mit Vernunft entwickelt wird", fügte Stuke hinzu. Es werde die Forderungen des Wissenschaftsrats als auch der Wissenschaftlichen Kommission Niedersachsen erfüllen. Rektor Howe solle endlich den Weg frei machen, damit die Hochschule diese letzte Chance nutzen und als selbständige Universität erhalten werden könne. Stuke: "Mit Herrn Howe hat die Hochschule keine Zukunft."



2001-Okt-30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Spaß am Studium im "gemütlichen Vechta"
Die 23-jährige Anna Jurewicz will den Menschen in ihrer Heimat Polen das Leben in Deutschland näher bringen

Von Andreas Kathe

Vechta - Sympathisch, jung und hübsch - Anna Jurewicz ist die ideale Werbeträgerin für die Hochschule Vechta. Die 23-jährige Polin studiert seit drei Jahren Germanistik, Pädagogik und Soziologie und steuert das Ziel an, in Vechta auch ihre Magisterprüfung abzulegen und - wenn alles gut klappt - zu promovieren (Doktorprüfung). Sie sagt: "In Vechta ist das Studium sehr angenehm und ich bin dankbar, dass das Schicksal so für mich gelaufen ist."

Dabei führte der Weg in unsere kleine Stadt über einige Umwege: Von ihrer Heimatstadt Bartoszyce (Bartenstein) im östlichen Polen aus kam Anna Jurewicz vor vier Jahren nach dem Abitur als Au-pair-Mädchen in die Nähe von Hannover. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten fand sie in Gehrden eine Gastfamilie, die sie wie die eigene Tochter aufnahm.

Vechta lag da noch in weiter Ferne, denn eigentlich sollte es nach einem Jahr in Deutschland zurück zum Deutsch-Studium an eine polnische Universität gehen. Doch trotz bestandener Aufnahmeprüfung fand sich für Anna kein Studienplatz.

Zurück in Gehrden bei ihrer "deutschen Familie" folgte zunächst der Versuch, in Hannover zu studieren. Doch auch dort waren alle Plätze für ausländische Studenten im Fach Germanistik bereits vergeben. Der hilfreiche Tipp der Studienberatung: "Versuchen Sie es doch in Vechta - irgendwo da am Ende der Welt."

Für Anna war dies "am Ende der Welt" der Glücksfall. Hier fühlt sie sich wohl, hat Spaß am Studium, das sie mit Arbeiten in den Semesterferien finanziert. Sie hat Freundinnen und einen Freund - der übrigens aus Holland stammt - gefunden, und denkt schon weiter in die Zukunft: "Ich plane ein Buch - wohl als Dissertation - über das Leben in Deutschland." Es ist gedacht für die Menschen in ihrem Heimatland, "die immer noch sehr viele falsche Vorstellungen über Deutschland und die Deutschen haben."

Gleichzeitig kommt Spanien ins Blickwelt: "Ich bin fasziniert von diesem Land, in dem ich schon einmal kurz war, und lerne jetzt spanisch." Die dritte Fremdsprache übrigens, denn Anna musste in Polen bereits russisch lernen und spricht natürlich sehr gut deutsch.
Die neue Sprache soll auch helfen, den Wunsch nach einer Karriere als Wissenschaftlerin zu erfüllen, denn so werden Literaturvergleiche zwischen Polen, Deutschland und Spanien möglich: "Die habe ich als Ziel ins Auge gefasst". Die Weltenbürgerin Anna Jurewicz - "so verstehe ich mich" - hat ihre Heimat dort, "wo man lebt, wo man verstanden wird, wo man geliebt wird."

Aber sie hat noch sehr enge Beziehungen zu ihrer Familie in Polen, zu Mutter, Schwester und siebenjährigem Bruder: "Meine 19-jährige Schwester besucht mich derzeit in Vechta. Sie sucht eine Au-pair-Stelle hier in der Region. Ich fahre auch oft nach Polen oder nach Holland zur Familie meines Freundes."

Doch das "kleine und gemütliche Vechta" bleibt dabei der Mittelpunkt für die 23-Jährige. Sie ist übrigens nicht die einzige Polin an der Hochschule. Eine Freundin begann vor drei Jahren das Studium, zwei junge Studentinnen haben im vergangenen bzw. in diesem Jahr angefangen. Für sie alle liegt Vechta ganz und gar nicht "am Ende der Welt".



2001-Okt-30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Howe: Hochschulrat ignoriert Konkordat
Stukes Strukturkonzept mache Vechta zur Pädagogischen Hochschule ohne Zukunft

Vechta - Entschieden zurückgewiesen hat jetzt Rektor Prof. Dr. Jürgen Howe Vorwürfe des Hochschulratsvorsitzenden Gert Stuke, er habe als Rektor kein klares Zukunftsprofil für die Hochschule Vechta vorgelegt. Das durch den Senat zunächst mit deutlicher Mehrheit verabschiedete Konzept sei sehr wohl durchdacht und zukunftssicher gewesen. Demgegenüber verlasse das von einer Gruppe um Prof. Dr. Hans-Wilhelm Windhorst vorgelegte und vom Hochschulratsvorsitzenden Stuke verfochtene Strukturkonzept eindeutig den Boden des Konkordats, so Howe weiter. Die darin angestrebte Konzentration auf die Lehrerbildung unter Wegfall der Gerontologie und der Umweltwissenschaften reduziere die Hochschule Vechta faktisch zu einer Pädagogischen Hochschule. Howe: "Dieser Weg aber bedeutet das Ende der Hochschule Vechta." Bereits jetzt sei klar, dass aufgrund der demographischen Entwicklung in der Bundesrepublik in den kommenden Jahren die Studienanfängerzahlen dramatisch sinken werden.

Diese Entwicklung bedroht vor allem die kleineren Hochschulen. Vechta werde das vor allen anderen Hochschulen in Niedersachsen zu spüren bekommen, so Howe. Zur Zukunftssicherung benötigt die Hochschule Vechta daher mehrere, möglichst gleichbleibend stark nachgefragte Standbeine, um die Schwankungen bei den Studienanfängerzahlen in den Lehrämtern zu kompensieren. Howe: "Der Hochschulratsvorsitzende ignoriert diese Fakten und setzt damit die Existenz der Hochschule aufs Spiel." Die von ihm voran getriebene Verlagerung des Studiengangs Gerontologie sei ebenso fatal wie sein mangelndes Engagement, den Studiengang Agri-Business-Management einzurichten.



2001-Okt-30
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Diskussion: »Was ist das Leben?«

Die katholische und evangelische Hochschulgemeinde bieten heute um 20 Uhr im Gemeindehaus einen Diskussionskreis »Was ist das Leben?« an. Alle Interessierten sind eingeladen.

Vertreter unterschiedlicher Disziplinen der Biologie, Philosophie und Theologie erörtern ihren Standpunkt. Vor der Diskussion lädt die Hochschulgemeinde zum Gottesdienst in die Edith-Stein-Kapelle.



2001-Okt-31
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Das ist kaum zu glauben

Der ehemalige Prorektor Weber wirbt in seinem Leserbrief für Howe, der alles getan habe, um die verfeindeten Lager an der Uni zu versöhnen, und ohne den alles noch viel schlimmer wäre. Das kann man ja kaum glauben. Und man sollte es wohl auch nicht. Weber selbst ist nur deshalb zum Prorektor gewählt worden, weil Howe sich geweigert hatte, einen zweiten Kandidaten vorzuschlagen. Das Konzil hat ihn mit Mehrheit abgelehnt und Prof. Weber ist vermutlich der einzige Prorektor Deutschlands, dem es nicht zu peinlich war das Amt anzutreten, obwohl er mehr Nein- als Ja-Stimmen bekommen hat.

Und die Lagerkämpfe – die sind inzwischen beendet. Mit großer Mehrheit hat das Konzil Howe das Misstrauen ausgesprochen; der Senat tat dasselbe. Howe hat durch geschicktes Taktieren und in Zusammenarbeit mit Prorektor Ehlers und dem Vorsitzenden des Hochschulrates Koch die Spaltung der Hochschule in Profiteure und Ausgebootete herbeigeführt. Aber jetzt, wo die Uni vollkommen heruntergewirtschaftet ist, sind alle bereit, den Streit zu beenden. Aber wie soll das gehen, wenn der Rektor mit allen Krieg führt und mit allen Mitteln und gegen den Widerstand des Ministeriums nur seinen eigenen Studiengang zu retten versucht und dafür sogar die Existenz der ganzen Uni riskiert? Jahrelang haben Hochschulleitung und Hochschulrat behauptet, dass alles wunderbar sei. Und die Mehrheit der Hochschulangehörigen hat es geglaubt oder wenigstens davon profitiert, wie Howe und der Hochschulrat intern Geld und Stellen verteilten. Das ist ein klarer Rechtsbruch. Solchem Treiben sieht das Ministerium nun schon jahrelang tatenlos zu. Da kann man sich doch denken, was die mit der Uni in Vechta vorhaben.

Sven Mayerhofer
Hamburger Str. 3
Wilhelmshaven

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Originaltext



2001-Okt-31
Oldenburgische Volkszeitung [Vechta]

Heute verlässt "Kapitän Krapp" die Brücke
Mit 30 Jahren wurde der Steinfelder Mitglied des Vechtaer Kreistages und vier Jahre später Landrat

Von Klaus Esslinger

[...] Von 1968 bis 1977 galt die Arbeit Krapps der Erhaltung des Landkreises Vechta, der im Zuge der Gebietsreform aufgelöst werden sollte. Verschiedene Varianten der Zusammenlegung wurden seinerzeit vehement abgelehnt. Die Selbstständigkeit des Kreises war die einzige Forderung. Weiter galt das Augenmerk Krapps der Hochschule Vechta, die mehrfach vor der Auflösung stand. [...]



2001-Okt-31
Nordwest-Zeitung – Region

Rasterfahndung ja – aber zeitlich begrenzt
Datenschutzbeauftragte der Hochschulen tagen

th Vechta. Skeptisch zu Rasterfahndungen in den Hochschulen hat sich der Arbeitsgruppensprecher der Datenschutzbeauftragten Niedersächsischer Hochschulen, Professor Dr. Michael Wettern (Braunschweig), geäußert. Die Datenschutzbeauftragten tagen heute und morgen in Vechta.

Zwar könnten sich die Hochschulen nach Ansicht Wetterns nicht verweigern, gleichwohl müsse gerade an den Universitäten äußerst sensibel mit dem Mittel »Rasterfahndung« umgegangen werden. Die Innenministerkonferenz hat – wie berichtet – nach den Terroranschlägen in den USA Rasterfahndungen an den Hochschulen beschlossen, um so genannte Schläfer rechtzeitig ausfindig machen zu können.

Wettern hält es für unerlässlich, Rasterfahndungen in Niedersachsen wie in Schleswig-Holstein zeitlich zu begrenzen. Auch die Merkmale müssen einheitlich festgelegt werden, wann denn die Rasterfahndung stattfinden soll. Darüber hinaus müsse nach drei bis fünf Jahren Bilanz gezogen werden. »Man muss sich dann schon ehrlich fragen, wie viele Schläfer mit dem Mittel der Rasterfahndung enttarnt worden sind«, sagte Wettern zur NWZ. »Mir sieht dieses Instrument ein bisschen nach Aktionismus der Politik zur Beruhigung der Öffentlichkeit aus«.

Für die Universitäten, die sich nicht verweigern könnten, sei die Rasterfahndung eine schwierige Gratwanderung. Mit besondern Angeboten wie Bachelor- oder Masterstudiengängen versuchten die Hochschulen, sich für ausländische Studenten weiter zu öffnen. Da sei die Rasterfahndung, die dazu geeignet sei, bestimmte Ausländer zu diskriminieren, eher kontraproduktiv.